82. Infanterie-Division
1939 - 1944 2./GrenRgt 168 die Einheit von Alex

Aktualisiert: 23.04.2019

 

Wie komme ich dazu, hier eine Formation der Wehrmacht zu beschreiben? Mein Onkel "Der Alex" war in dieser Division. Auf dem Weg, seine letzten Tage zu rekonstruieren, fand ich keine hilfreichen Informationen. In der deutschsprachigen Wikipedia war nichts, nur beim "Lexikon der Wehrmacht" - allerdings keine vollständige Geschichte. So begann ich Informationen zu suchen, die die Lage vom 10. Oktober 1943 (Todestag von Alex) wiederspiegelte. Allmählich fand sich die ein und andere brauchbare Information im Internet. Vieles auf russisch, da gibt es Unterlagen über Lage und Gefechtstätigkeiten - allerdings kann ich kein russisch. Die erste "grobe" Übersicht bekam ich mittels Lagekarten des XIII. AK. Aus diesen vielen Einzelheiten, konnte ich mir dann ein Gesamtbild der Lage verschaffen (siehe in "Der Alex" Kapitel 6.4 "Marschbefehl ohne Wiederkehr") was in den letzten 14 Tagen im Leben von Alex geschah. Erst mit den Tagesmeldungen der Divisionen an das Armeekorps kam ich durch den Ankauf DVD´s von der NARA dan dateillierte Informationen heran. Übrigens entstand daraus der von mir geschriebene Beitrag in der deutschsprachigen Wikipedia "82. Infanterie-Division (Wehrmacht)".
Die 82. ID nahm am Westfeldzug, "Fall Gelb" (Luxemburg und Belgien) und "Fall Rot" (Frankreich), sowie am deutsch-sowjetischem Krieg teil (siehe Einsätze). Ihre Feuertaufe an der Ostfront erhielt sie bei ihrem ersten Einsatz während des "Fall Blau", die Deutsche Sommeroffensive des Jahres 1942 gegen den Don. Beim Vorstoss war die Divison beauftagt, die Flanke nördlich Kastornoje zu sichern und hab Einheiten nach Woronesch ab. Verlustreiche Rückzugsgefechte für die Division fanden im Januar und August 1943 statt. Im Raum Kamenets-Podolsk (russ. Kamjanez-Podilskyj) wurde die Division im "wandernden" (Hube)-Kessel eingekesselt im Bereich Bershchev-Chortkov im April 1944 zerschlagen und am 10. Mai 1944 außer Dienst gestellt. Teile der Division kamen in sowjetische Gefangenschaft, die restlichen Teile wurden als Divisionsgruppe 82 von der 254. Infanterie-Division aufgenommen.

Die Aufzeichnungen der 82. Infanterie-Division, Kriegstagebücher der Division mit Anlagen, enden im Juni 1943. Vermutlich sind die KTB ab Juli 1943 bei den Absetzbewegungen und Einkesselung verloren gegangen oder wurden vernichtet. Diese Annahme bestätigt die Chronik des Infanterieregiment 168. An einigen Unterlagen sind Brandschäden, dies geschah durch einem Bombenabwurf auf das Militärarchiv in Potsdam, in dem alle KTB aller Wehrmacht eingelagert wurden.  Die im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) archivierten vorhandenen Aufzeichnungen der 82. Infanterie-Division wurden nach Kriegsende von den Alliierten sichergestellt und auf Microfisches abgelichtet. Diese befinden sich bei der NARA (National Archives Research Agency) und zum Teil auch beim Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg im Breisgau.
Militärgeschichtliche Dokumentationen findet man über die 82. Infanterie-Division kaum. In dem Standardwerk von Georg Tessin "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945" wird die Division im Band 6: "Landstreitkräfte 71–130" (Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979, ISBN 3-7648-1172-2) auf der Seite 63 aufgeführt. Im Band 7: "Landstreikräfte 131-200" werden die Unterstellten Einheiten auf den Seiten 110 (Infanterie-Regiment158), 149 (Infanterie-Regiment166), 158 (Infanterie-Regiment 168), 215/216 (ArtRgt 182 u. andere Teile) aufgeführt. Diese Zusammenstellung erfolgte mittels den bei der NARA befindlichen Ablichtungen, sie endet ebenfalls im Juni 1943.

Anhand der Bücher von Kurt Mehner
  • "Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945, Band 8, Berichtszeitraum von 1. September 1943-30. November 1943"
  • "Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945, Band 9, Berichtszeitraum von 1. Dezember 1943-29. Februar 1944"
  • "Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945, Band 10, Berichtszeitraum von 1. März 1944-31. August. 1944"

und den Lagekarten des OKH GenStdH OpAbtIIIb (Oberkommando des Heeres Generalstab des Heeres, Operationsabteilung IIIb), konnte ich den Einsatz der Division im nördlichen Bereich von Kiew belegen und somit die letzten Tage von Alex rekonstruieren.
Als nicht besonders aufschlussreich erwies sich die Chronik "Infanterie-Regiment 168". Darin sind die Gefechte ab dem "Fall Blau" bis zum Rückzug und Auffrischung bei Kursk sowie die Gefechte ab dem 20. Oktober während dem Hube-Kessel bis zur Auflösung aufgeführt. Die Gefechte bei Kiew fehlen und sind nur in einem Satz erwähnt.

Weiterführende NARA Dokumente über die Division (Lagekarten, Gefechtsberichte) nach Juni 1943 findet man in den Rollen der Heeresgruppe SÜD, 4. PzArmee und dem XIII. Armeekorps (Armeekorps). Da muss man sich aber durch viel Papier wühlen. Hier nun die Geschichte der 82. Infanterie-Division:

Die 82. Infanterie-Division (82. Infanterie Division oder 82. ID) war ein militärischer Grossverband der Deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg. Sie war eine Division der 6. Aufstellungswelle und wurde gemäß dem Befehl des Oberkommando des Heeres (OKH) vom 11. November 1939 gebildet. In den Unterlagen der NARA wird sie fälschlicher Weise der 5. Aufstellungswelle zugeschlagen.

Divisionsabzeichen:

 

links:
Es zeigt eine Raute, eingeteilt in ein weißes und ein schwarzes Feld mit einem weißem Punkt. Die Raute symbolisiert dabei die Verbundenheit zu Bayern (Wildflecken).

rechts:
Es zeigt eine Raute, eingeteilt in ein weißes Feld mit einem schwarzem Punkt und ein schwarzes Feld mit einem weißem Punkt. Die Raute und die beiden Felder sollen die "8" darstellen und die beiden Punkte die "2".

Wann die Divisionsabzeichen entstanden sind, ist nicht belegt, ebenso deren Bedeutung.



1. Aufstellung
2. Westfeldzug
3. Als Besatzungstruppe in den Niederlanden (Kommandeur der Truppen des Heeres in den Niederlanden)
4. Der Weg der 82. ID in Russland
5. Marsch in den Einsatzraum
6. Angriffsrichtung: Woronesch!
7. Einkesselung bei Kastarnoje und Rückzug nach Ssumy
8. Rückzug zum Dnjepr
9. Kampf um den Brückenkopf Ljutesch
10. Das Ende im Hube Kessel
11. Unterstellungen
12. Kommandeure der 82. ID
13. Gliederungen
14. Literaturhinweise und Quellverzeichnis

1. Die Aufstellung:
Am 1. Dezember 1939 treffen die Offiziere des Divisionsstabes in Bad Hersfeld ein. Der Ia der Division, Hptm i.G. Brachewitz, übernimmt bei Major Schaefer im Wehrmachtsamt Hersfeld die Aufstellungsverfügungen. Die Aufstellung der Stäbe erfolgte in Bad Hersfeld (Divisionsstab), Eschwege (Infanterie-Regiment 166), Hanau (Artillerie) und Erfurt-Arnstadt/Thürigen (Infanterie-Regiment 168). Der Divisionskommandeur, Generalmajor Josef Lehmann, trifft ebenfalls am 2. Dezember ein. Erste Befehlsgebungen zur Aufstellung durch den Ia und Ib (Htpm Giese) ergehen. Am folgenden Tag beginnen die Vorbereitungen für die Zusammenstellung des Divisionstabes. Der Kommandeur führt in seiner Ansprache aus: "Das dieser Zeit wohl keine Zweifel darüber herrsche, daß es um des deutschen Volkes "Sein, oder nicht sein" gehe und Deutschland [sich] fügen müsse. Zu diesem sie [unleserlich fehlt ein Stück] dürfe es des vollen Einsatzes jedes [unleserlich fehlt ein Stück] an welchem Platze er auf un- [unleserlich fehlt ein Stück] Aufgabe des Stabes sei es, die Division zu meinem Scharfen Instrument in der Hand unserer sieggewohnten oberen Führung zu machen. Die ganze Arbeit des Stabes habe dem Wohle der Truppe zu dienen." Am 11. Dezember begrüsst der Divisionskommandeur die Kommandeure der Regimenter.  Hptm Brachewitz trägt über Aufstellung der Division und Ausbildungsvorhaben einschliesslich [unleserlich fehlt ein Stück] vor. Hptm Giese trägt ebenfalls über die Aufstellung der Division vor. Die Regimentskommandeure erklärten dem Divisionskommandeur den planungsmässigen Verlauf der bisherigen Aufstellung, mahnten jedoch die Nichtlieferung der mündlich zugesagten Kraftfahrzeuge. An diesem Tag wird auch der erste "Divisions-Fahrbefehl" ausgegeben.

Wehrbereichskommando, Stadt Einheiten
WKdo V, Stuttgart:  III./IR 158; SchlächtKp(mot) 182 (Schlächtereikompanie)
WKdo VI, Münster: IR 166; 2. und 3./PzAbwAbt (mot) 182
  II./leArt 182; 12.s/AR 182; leArtKol (18t) 12.s/AR 182 (leichte Artillerie Kolonne 18 Tonnen)
  2./PiBtl 182; 2., 3,, u. 4. FahrKol 182 (Fahrkolonne - Tross)
  SanKp 2./182; 1 KrKwKp 182 (Krankenkraftwagenkompanie SanKra/Sanka)
WKdo VII, München: 1.FspKp(tmot) 182; 2. FüKp a(mot) 182 (Fsp= Fernsprech (Draht); FüKp= Füsilierkompanie) (tmot = teilmotorisiert)
Wkdo XII, Wiesbaden: RadfSchwd 182 (Radfahrschwadron)
Wkdo XX, Danzig: Stab IV s./AR 182; NachrZg Stab IV s./AR 182 (Nachrichtenzug (Funk))
  ArtVermTr Stb IV/AR 182; 10.s/AR182 (Artillerievermessungstrupp Stab IV)
  leArtKol (18t); 11.s/AR 182
Wehrm. xxx beim Reichsprotektor Prag: IR 158, ohne III. Btl; Stab AR 182 motZg
  III./leAR 182; 3.PiBtl 182; BrKol "T" - PiBtl 182 (Brückenkolonne mit tschechischem Brückengerät)
  lePiKol PiBtl 182
  5.-8 FahrKol 182; WerkstKp(mot) 182 ohne 2. Zg (Werkstattkompanie)
  NachschbKp 182, FeldLaz(mot) 182 (Nachschubkompanie; Feldlazarett)
WKdo IX, Kassel: Kdo 82. InfDiv mit KradMldZKp182 und DivKartenSt(mot) 182 (Kradmeldekompanie; Divisionskartenstelle)
  IR 168; I./leAR 182; StbPzAbwAbt(mot) 182 mit NachrZg(mot) 182
  1./PzAbwAbt(mot) 182; 1./PiBtl 182
  StbInfDivNachrAbt(tmot) 182
  leNachrKol a(mot) 182; Stb DivNachschbFhr (tmot) 182; 1./LkwKol (30t) 182
Stab WKdo IX, Kassel: 9. FahrKol 182; 10./LkwKol f. Betriebsstoff (25cbm)182. BäckKp(tmot) 182, VerpflgAmt 182; SanKp 1./182
  2./KrKwZg 182; ArtKp 182, FeldGendTr(mot) 182; FPAmt(mot) 182 (FP = Feldpostamt)
   
Abkürzungen: römische Zahlen: Bataillone (Inf) Abteilung (Art, Aufkl), le = leicht s = schwer
  tmot = teilmotorisiert
   

Leider sind die Datumsangaben im KTB kaum oder nicht mehr lesbar. Vor Weihnachten heisst es im KTB: "Fortgang der Ausfstellungsarbeiten. Personell ist an diesem Tage die Aufstellung der Division im allgemeinen durchgeführt. Es beginnt die Durchführung der Ausstattung mit Waffen, Gerät und Pferden." Am Folgetag liest man im KTB: "Die Truppenteile beginnen Waffen, Geräte und Pferde zu empfangen."  Zwei Tage später heisst es: "die ersten Zustandsberichte der Truppenschule gehen ein. Sie ergeben übereinstimmend folgendes Bild:

a) Personell:
Die Stäbe sind arbeitsfähig. Ein Urteil über die Mannschaften kann noch nicht abgegeben werden, da sie erst in der Zeit bis 20.12.39 eingetroffen sind. Besonders unangenehm macht sich jedoch bereits jetzt in sehr [unleserlich fehlt ein Stück] der Mangel bzw., das fehlen ausgebildeter Funktionsdienstgrade.
b) Pferde:
Das fast vollzählig zugewiesene Pferdematerial macht zunächst einen sehr heruntergekommenen u. verlotterten Eindruck. [...] Satz an Pferden ist sehr hoch. Reitpferde sind nach dem ersten Eindruck sehr wenige vorhanden.
c) Waffen:
Die Waffen sind zum großen Teil noch nicht eingegangen. Nach dem Urteil des Ib, Hptm Giese, der die Waffenausstattung der Division in den Heeresfeldzeugämtern befehligte, macht die gesamte Waffenausstattung der Division einen durchweg guten Eindruck.*
d) Fahrzeuge:
einschliesslich Kfze waren zum großen Teil noch nicht eingegangen. Schuld war der Mangel an Kraftfahrbeständen bei der Feldzeugkommandtur.
e) Gerät:
Die Truppenteile sind noch im Empfang begriffen. Ein Überblick liegt bisher noch nicht vor. Die Division wird mit tschechischem Gerät und Waffen ausgestattet und ausgerüstet."

Ab dem 28. Dezember war die Verlegung auf die Truppenübungsplätze (TrÜbPl) Wildflecken und Hammelburg vorgesehen. Diese wurde jedoch durch einen Befehl des GenKdo IX. AK (Generalkommando römisch 9. Armeekorps), Kassel, auf die Zeit ab dem 4. Januar 1940 verschoben. Das KTB schreibt: "Die Truppenteile haben ab dem 28.12.39 mit der Ausbildung zu beginnen. Der Termin für die Herstellung der Einsatzbereitschaft - 10.2.1940 - bleibt erhalten."
Bei der "vorbereitenden Adjudantenbesprechung" für den am 5. Januar 1940 geplanten Abtransport der Division auf die TrÜbPle verzeochnet das KTB: "Nach Meldung  ... Adjudanten sind die Fahrzeuge und Gerätelücken bei den Truppenteilen immer noch so groß, daß die Truppenteile den Marsch zu den Bahnhöfen und an die Verladebahnhöfe nur unter größten Schwierigkeiten, zum Teil nicht mit eigener Kraft durchführen können. Bei der Panzerabwehrabteilung (PzAbwAbt) und den ArtRgt  ... fehlen von 81 Kraftfahrzeugen 74, beim ArtRgt können je Batterie nur 2 Geschütze bespannt werden (Anmerkung eine Batterie bestand aus 4 Geschützen). Der Grund dafür liegt darin, daß minimal die Masse der Pferde unbeschlagen, bzw mit völlig ungenügendem Beschlag gekommen war und bis zu diesem Zeitpunkt erst ein Drittel beschlagen werden konnte und ferner darin, daß die angelieferten Eisen durchweg zu klein waren und die gelieferten ... Stollenschlüssel nicht auf die richtigen Stollen passten. Dazu kam, 80%  der ungenauen ... Kumetgeschirren für die zugewiesen Pferde zu klein war und nicht angepasst werden konnten. Den Truppenteilen wurden für den Transport und Marsch an die Verladebahnhöfe in die Unterkünfte LKW in Aussicht gestellt." Am 5. Januar dann: "Verlegung des Divisionsstabes von Hersfeld nach Wildflecken. Beginn der Marschbewegungen der Truppenteile aus ihren Aufstellungsorten nach Wildflecken und Hammelburg. Es treffen auf dem TrÜbPl ein: St IR 166; 13./IR 166; Stab IR 168, Stab AR 182."
Am 15. Januar meldet die Division an das GenKdo IX. AK: "Die Division wird das ihr gesteckte Ziel, Einsatzbereitschaft zum 10. Februar 1940, nicht erreichen. Unter der Voraussetzung, daß Kraftfahrzeuge und fehlendes Gerät bis Mitte Februar geliefert sind, wird sie am 1. März 1940 nicht einsatzbereit sein (1. Anlage 4)" Die Ausbildung läuft in vollem Umfang. Trotz widriger Wetterverhältnisse, es kommt zu Erfrierungen in der Truppe, geht die Ausbildung weiter. Anmerkung: Mein Vater erinnerte sich an den kalten Winter 39/40 und erzählte immer davon. Im weiteren Verlauf kommt es zu Krankheitsfällen bei den Pferden: Druse tritt auf (eine Infektionskrankheit der Atemwege "Pferderotz"). Bei 20% sind Symptome ersichtlich. Infolge dessen melden die Regimenter, dass diese wegen der ausgebrochenen Druse keine Marschübungen mehr durchführen können. Oberst v. Haustein vom OKH besucht die Division und die Regimenter 158 und 168. Der Bericht des Divisionsveterinärs zeigt 80 Tote Pferde durch die Druse aus. Dieser erklärt den Ausbruch durch bereits kranke Pferde bei Lieferung, die lange Kälteperiode, mangelhafte Ställe und ungeschulte Pferdepfleger. Am 13. Februar, nachmittags, trifft der General der Infanterie Schniewindt (Kommandierender General IX. AK und Befehlshaber im Wehrkreiskommando IX. in Kassel) bei der Division ein.
Am 11. März werden die MG-Kompanien der InfRgt auf MG 34 umbewaffnet. Am 13. März bekommt die Division wieder mal Besuch vom OKH: Generalleutnant Schwandner. Er soll sich, im Auftrages des Oberbefehlshabers, über den Ausbildungsstand der Division überzeugen. Er spricht am 14. in Anwesenheit des Divisionskommandeurs und aller Kommandeure der in Wildflecken liegenden Einheiten. In seiner Ansprache betont er, daß der Oberbefehlshaber des Heeres besonderen Wert auf folgenden Dinge läge: "Verbandsaubildung, Zusammenwirken der Waffen und vor allem Erhaltung und Förderung der Angriffsgeistes und Angriffsplanungen." In persönlicher Aussprache werden mit den Kommandeuren nochmal alle personellen und materiellen Mängel, wie sie aus dem letzten Zustandsbericht der Division ersichtlich sind, besprochen. Alle Kommandeure können GenLtn Schwandner miteeilen, daß der Geist und die Stimmung in der Truppe vorzüglich sind. An seinem Abreisetag, dem 14. März, setzt er eine Übung zusammen mit dem Divisionskommandeur für das IR 168 auf dem TrÜbPl Hammelburg an und reist am Mittag nach Berlin ab. Am 18. März wird die erste umfängliche Divisionsrahmenübung geplant, bei der es bis auf die BtlKdr und BttrFhr-Ebene geht. Am 2. April notiert das KTB: "Hptm Giese, Ib der Division, der am 30.3. und 1.4. beim OKH und Chef des BDE (Befehlshaber des Ersatzheeres) vorgesprochen hatte, kommt mit folgenden Ergebnissen zurück:

1) Die Zustimmung der fehlenden Kfz erfolgt aus dem Ersatzheer
2) Die zustimmung der fehlenden Pferde erfolgt durch Pferdeaushebungen in Polen
3) Die Division kann mit einem Abtransport ab 21.4. rechnen
(Anmerkung: Es sind die Vorboten des Westfeldzuges und und die Div ist noch nicht mal voll ausgerüstet)
4) fehlendes MG und sonstiges Gerät wird zugewiesen
5) Rücksprache bei Heeres-Verwaltungsamt wegen Lieferung fehlenden Schlacht(erei) Geräte"

9. April: Unternehmen Weserübung (Überfall auf Dänemark und Norwegen - "Auslöser" der Altmark Zwischenfall vom 16. Februar 1940) beginnt. Dazu notiert das KTB nach einer Ansprache Hitlers: "Freudige Erregung und jubelnde Zustimmung löste bei der geformten Division des Führers blitzschnelle Bewertung des gestern erfolgten, zum gefährlichen Angriffs der Westmächte auf Norwegens Neutralität und die Landung sowie der  ... der Truppen unserer 3 Wehrmachtsteile in Dänemark und Norwegen aus. Jeder Angehörige der Division bedauerterte, nicht unmittelbar an den großen Ereignissen dieses geschichtlich so bedeutungsvollen Tages beteiligt zu sein dürfen. Die Freude über diese für Deutschlands Waffen und Politik so erfolgreichen Schritte wurde noch gesteigert, als in den Abendstunden bekannt wurde, dass der Angriffsverlauf eines englisch-französischen Flottenverbandes auf Norwegen von unserer Luftwaffe erfolgreich und mit starken Verlusten für den Gegener abgeschlagen wurde." Am 20. April finden in allen Regimentern feierliche Appelle zu Hitlers Geburtstag statt. "Endlich" notiert das KTB am 4. Mai 1940. Um 14.30 Uhr erhält der Ia der Division fernmündlich aus dem OKH von Hptm Gaedecke, die Weisung, dass die Division am 6.5. in Marsch gesetzt wird: "82. Division erreicht zur Verfügung OKH am 6.5., im Landmarsch antretend, bis 11.5. abends das Gebiet Wiesbaden - Mainz - Gross-Gerau - Höchst". 7 Marschgruppen werden für die Verlegung gebildet.

 

2. Einsatz im Westfeldzug 1940:
Ab dem 5. Mai 1940 verlegte die Division vom TrÜbPl Wildflecken, in 4 Marschgruppen A1-A4, und TrÜbPl Hammelburg, in  3 Marschgruppen B1 - B3, mit dem Zug, in den Bereitstellungsraum im Bereich Mainz - Wiesbaden - Dieburg - Hanau, ab. Das KTB schreibt: "mit höchster Spannung werden am Morgen die durch Dr. Goebbels verlesene Erklärungen der Reichsregierung gehört und mit Ergriffenheit wird von allen der Führerbefehl des Führers entgegengenommen. Jeder weiß: nun hat der Kampf begonnen - nun wird er auch bis zum Siege durchgeführt werden. Die Vorbefehlsgebungen der Division nehmen ihren planmässigen Verlauf."  Am 11. Mai 1940 trifft im DivGefSt bei Mainz folgendes Fernschreiben ein: "82. Division setzt am 12.5.Vormarsch aus Gebiet Wiesbaden-Höchst Groß-Gerau fort und erreicht Verfügung OKH bis 13.5. abends das Gebiet um Simmern". Am 15.5. um 19.30 Uhr erreicht folgender Fernspruch (Funkspruch) die Division: "Die Division erreicht die Mosel zwischen Bullay und Bernkastel überschreitend, bis 16.5. Abends, das Gebiet "Oberkail -Speicher- Wittlich"


Lage West 15. Mai 1940 Die 82 im Raum Wittlich
"Die Division erreicht die Mosel zwischen Bullay und Bernkastel überschreitend, bis 16.5. Abends, das Gebiet "Oberkail -Speicher- Wittlich"

Dabei wird die Division der Heeresgruppe HGr A unterstellt (Armeereserve)  und steht nicht mehr zur Verfügung des OKH. Am 16.5. wird die Division dem XII. AOK unterstellt. Am 17.5. beordert das XXXX. AK den Ia, Ib und IVa zur Befehlsausgabe: Unterstellung XXXX. AK, die Division den Raum Vianden erreichen soll.  "Nach ausserordentlichem anstregendem Marsch, erreicht die Div mit Teilen erst gegen 24.00 Uhr die Unterkunftsraum Vivanden", so das KTB, marschiert die Div ab Vianden über Charlevillle, Hompre, Wiltz und Neufchateau mit einer Tagesleistung von 40-45km. Das KTB schreibt: "bei einer Marschleistung von 450 km (Anmerkung: seit Abmarsch Wiesbaden/Gross-Gerau) und [wir] nur einen Rasttag hatten", stellt sich Übermüdung bei der Truppe ein. Ab dem 31. Mai beteiligte sie sich an offensiven Operationen im „Fall ROT“ (Frankreich). Am Nachmittag des 19. Mai verunglücken 4 Unteroffiziere der NachrAbt 182 infolge einer Explosion: In Libramont betraten die 4 ein Haus in dem Feuerwerkskörper und Jagdmunition lagerten, die aus unbekannten Gründen explodierte. 2 erlitten Verbrennungen 2. und 3. Grades, einer 2. Grades und einer mehrere Schnittwunden.


Lage West 19. Mai 1940 bei Neufchateau
Vormarsch über die Linie Willtlich - Bitburg - Vivanden - Wiltz - Neufchateau

Am 22. Mai werden das IR 168 und AR 182 Stab IV. Abt so verlegt, das die ganze Division jetzt im Raum Anloy - Sehonville - Recogne - Libramont -Ste. Marie - Sibret - Feux - Bras  nördl. der Grenze der ... nun liegt. Am 5. Juni muss die Division an die 73. und 86. ID Teile abgeben (Übergang Aisne-Kanal). Am 25. Mai wird die Division dem XXXXIII. AK unterstellt: "Die Division wird für Eingliederung in den Kampf nach Westen dem XXXXIII. AK unterstellt." Für den nächsten Tag notiert das KTB: "Die Division schliesst zur Eingliederung in die Kampfbewegung des XXXXIII. AK in den Raum Anloy - Bras auf. Am 27. Mai notiert der O1: "Die Division marschiert in die Marschbewegungen des XXXXIII. AK weiter ein. Gegliedert wird an diesem Tage mit Anfang von Selonwill bis Herisson, 3 km nördlich Bohan. Die durchschnittliche Marschleitung beträgt 30-35km. In der Nacht wird bekannt, daß durch fld. (feindliche) Flieger die Bahn bei Bastogne unterbrochen und dadurch der Nachschub der Division für einige Tage unterbrochen wird. Durch persönlichen Einsatz des Ib, Hptm Giese,  der während der ganzen Nacht unterwegs ist, die Verpflegung für die Division für die nächsten Tage sicherzustellen. Zum Heranschaffen der Verpflegung wird aus PzJgAbt und NachrAbt eine motorisierte Nachschubkolonne gebildet." "Fortsetzung des Vormarsches in den Raum um Nouzonville. Noch immer Marschleistung von 30-35km durch felsiges und bergiges Gelände erreichte die Division mit letzten Teilen gegen 23.00 Uhr Nouzonville - Hautes Riveries. 2 Kampfgruppen IR 158, IR 166 und IR 168 überschreiten die Maas. Gegen 24 Uhr in der Nacht kommt ein Korpsbefehl, der den 29.5. bereits befohlenen Marsch  in der ... macht und für die Division für 29.5. das Verbleiben im erreichten Unterkunftsraum." Der 29. ist für die Division ein willkommener Rasttag im befohlenen Verfügungsraum nach den letzten Marschtagen. Am 30. wird die Division dem XIII. Ak nochmals unterstellt und wird dabei an der "Südfront" im Abschnitt zwischen Chateau-Porcien und Loucy an der Aisne eingesetzt (unweit von Rethel, nordwestl.). Sie bleibt auch an diesem Tage in der Gegend um Nouzonville bis zum 7.6.  liegen.

Lage West am 2. Juni 1940
oben: Lage West am 2. Juni 1940: Die Division liegt nördlich Charleville an der Maas
unten: Lage West am 5. Juni 1940: Die Division liegt nun südlich Charleville

Lage West am 5. Juni 1940

Mit erreichen des neuen Unterkunftsraumes, wird die Division, die sich links neben dem XIII. AK an die Aisne heranschiebt langsam in den Einsatz gebracht. Zum XXIII. AK gehören die 73. und 86. Infanterie-Division, die beide in vorderer Linie an der Aisne eingesetzt sind. Marschierend erreicht die Division den befohlenen Verfügungsraum bei Ham und bleibt dort, zur Verfügung XXIII. AK, liegen. Mit dem Korpsbefehl Nr. 27, vom 5.6.1940, werden der Division Einheiten weggenommen:

a) Stab PzJgAbt mit 2. Kp, RdfSchwad 182 und AR 182, die alle der vorne noch eingesetzten 73. ID unterstellt werden.
b) 1./PzJg (2.) Abt 182, PiBtl 182, die der vorne links eingesetzen 86. ID unterstellt werden.
Wie aus dem am gleichen Tage eingehenden Korpsbefehl für den Angriff, werden diese Einheiten zur Verstärkung der Artl. im Angriffsstreifen des Korps (AR 182) zur Schaffung von Übergangsmöglichkeiten über die Aisne und Kanal (PiBtl 182) und zur Bildung von Vorausabteilungen (PzJgKp 182, RdfSchwad 182) vom Korps eingesetzt. Der Division selbst wird die Verkehrsregelung für den Angriffstag auf den Panzerstrassen übertragen. Auf denen an diesem Tage die Teile der Panzerkorps nach erzwungenem Aisne-Überganges durch die Divisionen in vorderster Linie in die Tiefe des Feindes einbrechen sollen. Der DivGefStd befindet sich am 6.- 7. Juni 1940 in Clavy-Warby, die Division verbleibt an diesem Tage in diesem Raum. In der Nacht werden befehlsgemäß in die Gegend um Thini vorgezogen: IR 166 und IR 168. ebenso wird die Korpsgrenze links hinten (befg) in die Einheiten im Wald ... Villers-le-Tourneur verschoben. In der Nacht  verliert das ... im ... der 73. ID liegende AR 2 Tote, 2 Verwundete und 13 tote Pferde durch feindlichen Artilleriebeschuss. Beim Artl. Reg. durch Artilleriebeschuss 2 Verwundete. In der Nacht vom 7.-8. Bombenabwurf eines feindlichen Fliegers auf den Schlächtereizug, der hat nur geringer Schaden an einem LKW angerichtet.

Am 8.6. gegen 17 Uhr trifft der erwrtete Befehl zum Angriff ein:
A-Tag: 9.6.1940
Y-Zeit: 4.45 Uhr
"Mit Spannung wird der 9. erwartet..." schreibt der O1 in das KTB "... da insbesondere die hinter dem Angriffstreifen des XXIII. AK sich bereitgestellten PzKorps der Gruppe Guderian darauf schliessen lassen, dass gerade in diesem Angriffsstreifen der Schwerpunkt des Angriffes, der von der 12. Armee auf die Aisne-Stellungen geführt wird, liegt.

Heinz Guderian
Links:
General der Panzertruppe Heinz Guderian.
Nach dem Westfeldzung wurde er zum Generaloberst (Bild) befördert

unten: Generaloberst Wilhelm List, Kdr. 12. Armee
List, Wilhelm

Von besonderem Interesse ist auch für die Division die Frage, die sich ihr mit ... Geschützen aus eingesetztes Artillerieregiment, das für Vorbereitung und Unterstützung des Angriffes der 72. Division über die Aisne eingesetzt ist, bewähren wird.
A-Tag! Das KTB notiert:
"Seit 4.45 Uhr hört man von vorne aus dem Angriffsstreifen des Korps das Rollen des Geschützdonners.
08.00 Uhr ein Korpsbefehl trifft ein: Einheit [unleserlich] soll für  Machen vorgezogen werden, die beiden anderen Rgt Gruppen sollen in den Raum um Launois nachgeführt werden.
08.10 Uhr IR 158 wird in den Raum um Launois befohlen (mündlich)
08.25 Uhr IR 168 wird in den Raum Coucy befohlen (mündl. ... Kdr)
10.55 Uhr der [Kommandeur] zum Korpsgefechtsstand des XXIII. Ak vorgefahren ist. Kdr erhält dort durch den Chef des Stabes folgenden mündl. Einweisung: Angriff des XXIII. Korps ist in langsamen Fortschreiten über die Aisne. Linker Flügel hängt ab. Der Angriff der beiden vorderen Divisionen wird in der Mitte zusammengefasst. IR 168 nun in den Raum um Puiseux vorgezogen werden. Im weiteren Verlaufe des Tages und aus Nachrichten die der Division zukommen, wird der Eindruck gewonnen, dass bis zum Abend der Aisneübergang nur an einigen Stellen mit schwachen Kräften geglückt war. Auch die Tagesmeldung des AR 182 spricht von erheblichen Feindwiderstand u. Verstärkung der fdl. Artillerie.
21.00 Die angreifenden Infanterieregimenter der vordersten Linie hatten besonders Schwierigkeiten und Verluste durch feindl. Baumschützen, die in dem dichten Waldstücken der Aisne-Niederungen saßen, die Infanterie vorbeiließen und dann von hinten in sie hineinschossen.

Als gar gegen Abend auf dem Südufer der Aisne einige fdl. PzWagen in das Gefecht eintraten, um unsere Infanterieeinheiten die dort bereits festen Fuß gefaßt hatten, wieder über die Aisne zurückzuwerfen, brach bei einigen der vorne eingesetzten Truppenteile eine Panik aus, die sich besonders schnell in den Protzenstellungen der Artillerie und einzelner InfGeschütze fortsetzte.
Gegen 21.00 Uhr kam auf diese Weise durch Versprengte das Gerücht zum Divisionsstab nach Launois (...) feindl Panzer seien über die Aisne gekommen, durchgebrochen und befinden sich auf dem Wege hierher. Der Divisionskommandeur überzeugte sich von der Haltlosigkeit dieses Gerüchtes fuhr sofort im Wagen vor, um dieser Panik entgegenzutreten. Verschiedene Trupps flüchtender Soldaten wurden von ihm angehalten und  mit wenigen Worten ermuntert, derartigem Unfug keinen Glauben zu schenken. Überall, wo General Lehmann solche Trupps, die einen völlig verwirrten Eindruck machten, aufgriff, sollten sich die wieder gefangenen Männer gleichauf  kehrt machen und Versprengte versuchten wieder Anschluss zu ihrem Truppenteil zu bekommen.
Vorne bei den Stellungen des AR stellte sich heraus, dass an dem ganzen Gerücht kein wahres Wort zutreffend war. Richtig war lediglich das auf dem Südufer der Aisne einzelne frz. Panzer angriffen.
Von welcher Seite das Gerücht, dass zu dieser Panik führte ausgestreut wurde, ließ sich nicht mehr feststellen. An Gerichten der vorne eingesetzten Divisionen sind Ermittlungen eingeleitet."

Bei diesem Angriff am 9. Juni kommt es zu Verlusten bei der Division. So führt das KTB am 10. Juni 1940 auf: "Auch an den vorne eingesetzten Einheiten der Division ist dieser nicht verlustlos vorübergegangen. Verluste am Abend:
PiBtl 182: 7 Tote, 8 Vermisste und 8 Verwundete
IR 158: 2 Tote, 13 Verwundete".

Um 5.20 Uhr, am 6. Juni, notiert das KTB: "Wieder hört man hinten in Laumois das Rollen der Artil. Vorbereitungen für den Angriff der um 6 Uhr von den Divisionen erneut über die Aisne getragen werden soll. Wieder bleibt die 82. Division in diesem bisher erreichten Raum zur Verfügung des Korps liegen. Um 7 Uhr wird General Lehmann zum Korps, zur Orientierung, befohlen. Um 8.30 kommt der Kommandeur zurück mit Korpsbefehl, die 3 Regimenter näher an die Front heranzuziehen. Er gibt  darauf mündl. folgenden Befehl:
"IR 168 rückt in den Raum um Bois de Sorcy (südl. Monclin); IR 158 in den Raum westl. IR 168; IR 166 in den Raum Puiseux"

12.45 trifft ein fernmündlicher Befehl des Ia des XXIII. AK:
"Ein Regiment ist in Gegend Bertoncourt, 4 km nordostwärts Rethel zu verschieben. Mögl. Aisne-Übergang westl. Rethel" Der DivKdr befiehlt hierauf: "Anruf durch DivAdjutant bei IR 166: IR 166 rückt sofort über Novion, Porcien in gegen Beroncourt. Laut Weisung des XXIII. Korps wird das IR 166 der 73. ID unterstellt." Auch an diesem Tag konnte der Übergang nicht erzwungen werden. Die Tagesmeldung des AR 182 an die Division "Angriff gegen MIttag bereits eingestellt und die Infanterie in ihre Ausgangsstellungen zurückgenommen." Am nächsten Tag trifft der Korpsbefehl Nr. 32 ein: "Für 11.6.49 erneut befohlener Angriff kommt nicht mehr zur Ausführung. Der Feind ist auf der ganzen Front vor der 12. Armee ausgewichen und zurückgegegangen." Um 11 Uhr notiert das KTB, dass das XXIII. AK im Rahmen der 12. Armee deshalb zur Vorfühlungen antritt. AR und PiBtl werden der Division wieder unterstellt. IR 166 verbelibt noch der 73. ID unterstellt. An diesem Tage erreichte die Division hinter der 73. nochmals die Gegen Bertoncourt. Um 14.20 Uhr geht vom Chef des Stabes des XXIII. AK an den Ia der Division, fernmündl. die Weisung, dass die Division sofort über Ambly-Fleury (Anmerkung: hier wurde der Übergang geschaffen, es ist anzunehmen, dass die Brücken über die Aisne und den Kanal gesprengt wurden) - Seuil - Mont Laurent - Saulces-Champenoises auf Pauvres vormarschieren soll. eintreffen des Anfanges der Divsision in Ponres soll gesammelt werden. Um 14.35 Uhr gibt der Ia fernmündl. Befehl an IR 168: Antreten über Councy - Ambly-Fleury - Seuil - Mont Laurent - Saulces-Champenoises - Pauvres. Um 14.45 Uhr befiehlt der Ia fernmündl. an AR 182: Korpsgruppe steht mit vordersten Verbänden ab 17.30 in Amagne - Lueguy so abmarschbereit, dass es mit 2kmAbfolgend der Korpsgruppe IR 168 folgen kann. Es ergeht am 16.15 Uhr Befehl an IR 158: Fertigmachen zum Weitermarsch hinter 86. ID, über  Thugny-Trugny auf Leffincourt. Es ergeht auch ein Befehl an den Divisions-Nachschubführer um 16.20 Uhr, er soll hinter der Marschgruppe Artillerie folgen. Um 18.00 hält das KTB fest: "Um diese Zeit überschreiten die Angehörigen der Korpsgruppen bei Arsion den Aisne Kanal." DivGefStd: Sarlces-Champenoises, wechselt am 13. nach Seuil (Semide).
Um 21.45 ergeht Befehl an PiBtl 182 und IR 158, die Wegesperren zwischen Mont St. Remy und Machault zu räumen. Am 13. Juni 1940 erfolgt der Zusammenbruch der Französischen Kräfte, am 14. wird Paris kampflos genommen und wirkt Menschenleer. Das KTB schreibt dazu am 17.6.: "Vormarsch im Gefechtsstreifen des XXIII. AK aus dem Raum Bar-le-Duc - Mantres. Um 11 Uhr mit Anfang antretend marschiert die Masse der Division erst in später Nacht zu den Unterkunftsräumen. Überall sind entlang der Vormarschstrassen die Spuren der kurzen, aber heftigen Kämpfe der Vorausabteilungen zu sehen, neben den immer häufiger,  besonders auf den Strassen zurückgelassenen Kraftfahrzeugen, Kolonnenfahrzeugen, Geschützen und Munitionsbeständen des geschlagenen und fliehenden französischen Heeres. Es ist überall das gleiche Bild: Reste einer zersprengten und fliehenden Armee, die zwischen mit ihren franz. Waffen und Panzern sehr geschützten die Leichen  ... der Tollkühnen, die durch Widerstand ihren fliehenden Kameraden helfen wollten, aber von unserer Panzerwaffe oder den Reifen der schnell nachstossenden Vorausabteilungen über den Haufen gefahren wurden. Gegen Abend -etwa 20 Uhr- kommt überall die Nachricht durch, dass die neue franz. Regierung um Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungennachgefragt habe - Frankreich ist besiegt - merkliche Freunde und Genugtuung für jeden Soldaten der im Westen mitmarschiert und mitgekämpft hat. Verpflegung ist aber auch für alle der Wille des Führers, den geflohenen Feimd mit schärfstem Nachdruck zu verfolgen und dadurch einen möglichst günstigen ... für die kommenden Waffenstillstandverhandlungen zu schaffen. Div Stabsquartier befindet sich ab 21 Uhr in Mandres-en-Barrois. Am 14. bekommt die Division die Meldung, dass in der linken Flanke des XXIII. AK in Liffol le Petit und Saint Thiebault (Ich finde es nicht in der Karte) sich noch versprengte Widerstandsnester des Feindes befanden. Von der Division wird daraufhin dorthin angesetzte Aufklärung durch 1 Spähtrupp der bis Stabswache, die 3./PzJgAbt 182 und durch PiBtl 182 ergab: Liffol-le-Petit feindfrei; St. Thiebault noch feindbesetzt. Letzteres musste im Laufe der Nacht noch durch Kräfte der 86. Division genommen werden." Am 20. Juni wird die Division in der Verfolgung im Gefechtsstreifen des XXIII. AK zwischen 73. ID (rechts) und 86. ID (links) eingesetzt. Mit der wieder unterstellten PzJgAbt 182 und RdfSchwad 182, die bisher im Rahmen der 73. ID als Vorausabteilung gekämpft haben, sind nun als Vorausabteilung gesetzt. Am Abend erreicht die Vorausabteilung der 82. den Ort Gray, Anfang der Division Genevrieres ohne jede Feindberührung. Die Vormarschstrassen bieten das gleiche Bild wie in den letzten Tagen. Der Feind muss in wilder Flucht davon sein. Links und Rechts der Strasse stehen überall z. Teil ausgebrannte Fahrzeuge und noch brauchbares französische Gerät und Zivilfahrzeuge, im Strassengraben liegen die Uniformen. Herumliegendes ... im umgestürzten und zurückgelassenen Fahrzeugen. Der DivStab erreicht um 15 Uhr Savgny. "Am Abend erleben wir im Rundfunk die denkwürdige Einleitung der Waffenstillstandsverhandlungen im Wald zu Compiegne. Jetzt erst wird langsam klar, welch ungeheimer Sieg errungen wurde in diesen letzten 5 1/2 Wochen", so schreibt das KTB am 21. Juni 1940, den Tag abschließend.
Am Folgetag hat die Vorausabteilung keine Feindberührung, sie erreicht Pontallier-sur-Saone - Thervay, die Division steht in Montereux-et-Pratigny. Der DivGefStd liegt in Verreux.
 Die Division gibt am Abend nochmals Einheiten zur Bildung einer motorisierten Gruppe "Buschmann". Es werden abgebeben: III./IR 158 und Stb NachrAbt 182. Mit dem 23. Juni hat das Marschieren ein Ende: "Letzter Marschtag!" schreibt das KTB und am 25. Juni um 1.35 Uhr: "Waffenstillstand! Tief ergriffen erleben wir am Lautsprecher diese Minuten, die den größten Sieg den bisher deutschen Waffen errungen haben, abschließen."

Lage West - Ende der Operationen
Letzter Marschtag. Die Division steht westlich Mühlhausen/F und südwestlich Langres und Besancon. Der erfolgreiche Abschluss der Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiegne wird in den nächsten Tagen erwartet. Wehedem, wenn man gewusst hätte, wie es weitergeht.

Im Anschluss nach Abschluss des Unternehmen "ROT" und dem Waffenstillstand mit Frankreich, verbleibt die Division vorerst dort und frischt sich auf. Anschließend verlegt die Division aus Frankreich in den Raum südlich Freiburg/Breisgau über Muhlhouse (Mühlhausen/F), Müllheim, (Bad) Krotzingen, Staufen/Brsg., Bremgarten in ihren befohlenen Ruheraum. Dort liegt sie bis zum 15.7, dann erfolgt E-Transport (Eiltransport per Bahntransport) in den Wehrkreis IX, Unterstellung WKdo IX ab dem 15.7. Dort erreicht sie der Befehl des stellv. kommandierenden General des IX. AK: "hier bleibt die Div bis auf weiteres liegen. Nach erhalt eines 14-tägigen Urlaubs, wird die Masse der Angehörigen der Division in die Kriegswirtschaft beurlaubt, der Rest zur Pflege und Betreuung von Pferden, Waffen und Gerät verwendet. Ausserdem verbleiben bei der Division das ganze PiBtl und die Unterführeranwärter der übrigen Einheiten zur weiteren Ausbildung." Das KTB endet am 18.7.1940 in Fulda, abgeschlossen durch Hptm Geitner, zu dieser Zeit O1 (Gehilfe [Ordonanzoffizier] des Ia).
Ab August 1940 wurde also die Masse der Division beurlaubt und am 15. Februar 1941 wieder einbestellt.

Zur Erinnerung an die 6 Wochen schwerer Märsche, gab die Division ein Erinnerungsblatt heraus. Das abgebildete Erinnerungsblatt konnte ich Ebay günstig erwerben. Es zeigt nochmal die Marschroute, Orte der Gefechtsstände der Division und die Gefechte, die die Regimenter in Hauptsache von Unterstellungen bei der 73. ID und 86 ID mit bestritten hatten. Ausgegeben wurde es durch die Divisionskartenstelle 182 (mot).

Erinnerungsblatt an die Märsche der 82. ID
Beim Klicken auf das Bild öffnet sich ein Fenster mit einem grösseren Bild
 

3. Als Besatzungstruppe in den Niederlanden:
Sie verlegte in die Niederlande in den Raum Breda, Rotterdam, Dordrecht, Utrecht und Haarlem. Dort löste sie die 197. Infanterie-Division ab, die zur Umgliederung nach Mannheim und im Anschluss nach Polen verlegte, und übernahm die Funktionen des „Kommandeur der Truppen des Heeres in den Niederlanden - Höheres Kommando XXXVII z.b.V.". Am 14. März 1941 wurden von der 197. Infanterie-Division Unterlagen zur Wahrnehmung der Aufgaben in Verbindung mit der Verwaltung der besetzen Niederlande übernommen.
Das „Höhere Kommando XXXVII z.b.V.“ wurde nach Belgien und Nordfrankreich überführt. Am 25. August 1941 wurde der 82. Infanterie-Division  Alkmaar, Groningen, Velsen, Leiden und Den Helder als Einsatzraum zugeordnet. Hier lautete der Auftrag: Ausbildung und Küstenschutz. Die 82. Infanterie-Division blieb als „Kommandeur der Truppen des Heeres in den Niederlanden“ bis zum 30. April 1942, dann gab sie diese Aufgabe an die 167. Infanterie-Division ab.


4. Der Weg der 82. Infanterie-Division in Russland:

 

Dieser Aufsatz beschreibt den Weg der 82. Infanterie-Division von ihrem Einsatzbeginn in Russland, beginnend im Mai 1942 in Wolkowysk (Waukawysk), Belarus, und endend in Podolien/Westukraine bei Kamnets-Podolsk (Kamjanez-Podilskyj), Oblast Chmelnyzkyj, im Vorland der Ost-Karpaten. Der Weg ab Wolkowysk wurde anhand der Lagekarten des Generalstabes des Heeres, Operationsabteilung IIIb (GenStdH OpAbt IIIb) von Mai 1942 bis Mai 1944, soweit es die Dokumente zuliessen, rekonstruiert. Teile der Chronik der Infanterie-Regimentes 168 bestätigen Zeit- und Ortsangaben. Die Namen der Ortschaften beziehen sich auf die in den deutschen Lagekarten niedergeschriebenen Orten. Den Ortschaften habe ich in Klammern, schräggestellt, die aus Google Earth transkripierten (ukrainischen) Ortsnamen (Ortsname) nachgestellt. Dies soll dem interessierten Leser die Suche in Google Earth bei der Auffindung der Orte erleichtern. Die Reise beginnt in den Niederlanden, über Deutschland und Polen, geht über Warschau nach Volkowysk (Waukawysk), die Strecke beträgt ca. 2500km. Von Volkowysk, das ist ca. 90km östlich von Bialstok (Bialystok), geht es nach Glussk (Sluzk), ca. 100km südlich. Minsk, eine Strecke von 220km, von dort geht es nach Rogatschew (Rahatschou) am Dnjepr. Von Rogatschew, ca. 100km nordöstlich. Gomel (Homel), geht es nach Orel (Orjol), eine Strecke von 400km, bis Kursk sind es dann noch 150km. So legt die Division ab der polnisch-russischen Grenze über 1000 Bahnkilometer zurück.

 

Div Kdr. Alfred Baentsch
* 05.02.1894 Mägdesprung
† 31.01.1943 Ostfront

5. Marsch in den Einsatzraum:

Ab dem 25. Mai rollt die Division per Eisenbahn auf der Bahnstrecke Orel-Kursk Richtung Kursk. Bei Solotuchino (Zolotukhino)/Okolowo (Ukolovo) werden am 1. Juni 1/3 der Division entladen und marschieren via Kossorsha (Kozhorza) in die Nordflanke des XIII. Armeekorps, in den zugewiesenen Frontabschnitt der Division nordöstlich Tschigiry (Schtschigiry), Linie Rusanowo (Rusanovo) – Samaraika (Vyshnyaya-Zamaraika) (Dolgoje (Dolgoye)), nordöstlich Kursk, entlang des Tim. Anmerkung: Im Band 6 von Tessin, ist die Division dem XXXXVIII. Armeekorps (mot) unterstellt, die im Bereich Belgorod liegt, das scheint zumindest den Lagekarten nach nicht korrekt zu sein, denn im Operationsplan für das Unternehmen Blau und der Lagekarte (siehe unten), ist der Ausladeraum Kursk, der Bereitstellungssraum am Tim im Bereich des XXXXVIII. Armeekorps (mot). Anmerkung: Mehner meinte die Oblast (Verwaltungsbezirk)  Belgorod, die Divisions "kratzte" den nördlichsten Bereich der Oblast.

Ausladeräume Planung GenStdH für die Operation Blau (28. Juni 1942)
Dieses Bild zeigt die Ausladeräume der frischen Divisionen für das Unternehmen "Blau" (28. Juni 1942)

Sie lösen die 9. Panzerdivision in Teilen ab. Dabei werden die Divisionsteile am 2. und 3. Juni durch die dort liegende Teile, 1/3 der 88. Infanterie-Division, verstärkt. Am 4. Juni befinden sich die Restteile der Division auf dem Marsch bei Ostreschkowo (Oztreshkovo), nördlich Kursk. Am 5. Juni verlegen diese über die Roll- und Eisenbahn nach Tschigiry. Am Folgetag erfolgt ein Kommandeurswechsel: General Friedrich Hoßbach übergibt die Division an General Alfred Baentsch. Die Division liegt nun komplett in ihrem Abschnitt und bleibt bis zum 21. Juni dort liegen. Sie untersteht in der Heeresgruppe SÜD (Generalfeldmarschall Fedor von Bock) der 4. Panzerarmee (Generaloberst Hermann Hoth) dem XXXXVIII. Armeekorps. Für die bevorstehende Sommeroffensive, der "Fall Blau", wird die Division der "Armeegruppe  von Weichs" (Generalsoberst Maximilian von Weichs), bestehend aus der 2. Armee, der 2. Armee (ungarisch) und der 4. Panzerarmee, unterstellt und dem XIII. Armeekorps (General der Infanterie Erich Straube) angegliedert.  Die Angriffstruppen werden herangeführt, am 27. Juni werden die Einheiten umgruppiert und gehen in Stellung. Die 82. Infanterie-Division in 3 Teile auf folgenden Divisionen auf- und zugeteilt: 1/3 zu 8. Panzer-Division, 1/3 zu 3. Infanterie-Division (mot) und Rest bleibt gegenüber Dolgoje stehen. Am nächsten Tag beginnt das fast zwei Jahre lange Sterben und Leiden der 82. Infanterie-Division….

Lage 27. Juni 1942. Angriffsformation "Fall Blau" Angriffsziel Woronesch
Lage 27. Juni 1942: Angriffsformation "Fall Blau" Angriffsziel Woronesch

6. Angriffsrichtung: Woronesch!

Am 28. Juni wird der „Fall Blau“ ausgelöst. Damit beginnt die deutsche Sommeroffensive des Jahres 1942: Angriffsziel am Nordflügel der Heeresgruppe SÜD ist Woronesch am Don, da ihr als wichtiger Eisenbahn-, Strassen- und Flussverbindungspunkt eine grosse strategische Bedeutung beigemessen wird. Der Angriff wird allerdings erwartet. Durch den Absturz von Major Reichel (1a, 23. Panzer-Division) auf seinem Erkundungsflug am 19. Juni 1943, fielen den Sowjets Unterlagen in die Hände, die Woronesch als 1. Angriffsziel ausweisen. Zeitgleich beginnt die sowjetische Verteidigungsoperation "Woronesch-Woroschilowgrader Operation". Dazu zog Timoschenko seine Truppen (40. Armee), durch eine Anweisung Schukows, nach Osten hinter Woronesch ab. (Der zweite Weltkrieg, Band 18 Der russische Gegenschlag, Time-Life, Amsterdam 1982, ISBN: 9-06-182-436-2, S. 117, 120). Das XIII. Armeekorps, mit der 82. Infanterie-Division, übernimmt die Flankensicherung des nördlichen Flügels der Armee, das VII. und XXXXVIIII. Armeekorps die Speerspitze zum Angriff auf Woronesch.

Vorplanung 30. April 1942 zu Blau.
Die Vorplanung des GenStdH vom 30. April 1942 zeigt, dass die 82. ID zur Sicherung der Flanke eingesetzt wird. Lediglich die Korpsunterstellung der 82. änderte sich.

Wie vorher beschrieben, verstärkten Teile der Division die 9. Panzer- und 3. Infanterie-Division (mot), der „Divisionsstamm“ geht neben der 11. Panzer-Division gegen Dolgoje vor, nimmt es und geht südlich gegen Nischne Olschanoje (Nizhnee Ol´shanoye) in Richtung Kschen weiter vor. Ein Gegenangriff einer sowjetischen Panzerbrigade bei Kusmodemjanskoje (Koz´ma-Dem´yanovskoye), aus dem Raum Wolowo (Volovo), östliche Richtung, und Sredni-Raschowjez (Srednyi Raskhovets), südliche Richtung, wird durch die 11. Panzer-Division abgewehrt.

Lage 29. Juni 1942,Nordflanke HGr SÜD, XIII. AK
Lage 29. Juni 1943, Mittelabschnitt Ostfront, 2. Armee (v. Weichs) Nordflügel HGr SÜD

Am nächsten Tag geht der Angriff mit dem Schwung des Vortages weiter, die Division geht auf Wolowo vor, nördlich die 385. Infanterie-Division, südlich die 11. Panzer-Division, und geht über den Kschen. Damit sind die sowjetischen Linien durchbrochen. Dennoch ist es auffällig, dass der Russe sich ohne den sonst verbissenen Widerstand zurückzieht (Der zweite Weltkrieg, Band 18 Der russische Gegenschlag, Time-Life, Amsterdam 1982, ISBN: 9-06-182-436-2, in der Chronik des Infanterie-Regiment 168 ist jedoch zu entnehmen, dass die Erzwingung des Flussübergangs mit hohen Verlusten erkämpft wurde (S. 18). Am 2. Juli gewinnt die Division die Strasse Wolowo-Livni (Livny) und die Ortschaft Sacharowka (Zasharovka). Dabei erleidet das III./168 einen Verlust von 77 Mann, darunter der BtlKdr und 2 KpChefs, ist in der Chronik vermerkt. Am nachfolgenden Tag stösst die Division gegen Nordost zur Bahnlinie Waleiki-Jelez und den Ort Borki (Borki) den Olym vor, den sie am 4. Juli erreicht. Am 5. Juli wird Borki genommen, die Division schwenkt nach Norden ein und nimmt zur Sicherung der Flanke die Linie Borki-Eisenbahnlinie ein. Der Regimentsstab 168 liegt in Fedorowka, die Chronik spricht von schweren Kämpfen, bei denen die sowjetische Soldaten das Regiment umfassen. Am 9. Juli 1942 wurde die Heeresgruppe SÜD  in Heeresgruppe A und B aufgeteilt. Dabei wird die "Armeegruppe v. Weichs"  Teil der Heeresgruppe B, deren Kommandierender General von Weichs wurde, die 2. Armee wird von Generaloberst Hans von Salmuth übernommen.

Bei der Verfolgung sowjetischer Einheiten kommt das 168. Infanterie-Regiment bei Wojeikowo in einen starken sowjetischen Gegenangriff. Schwere Abwehrkämpfe folgen bis zum 10. Juli 1942, so die Chronik. Sie führt weiter aus: "Nach 9 Tagen Einsatz hat das Regiment 325 Gefallene, darunter 25 Offz und über 900 Verwundete, davon auch 25 Offiziere." Das wären bei einer (ausgegangene) Stärke von 3000 Mann/Regiment fast 11% Totalverlust und fast 30% Verwundete. Somit eine Personelle Schwächung von mehr als 40%. Seit dem 10. Juli 1942 liegt die Division nördlich Kastornoje, bei Gatitsche (Gatishche) – Soldatskoje (Soldatskoye). Das aufgefrischte III./168 (drittes Bataillon des Infanterie-Regiment 168) wird an die 377. Infanterie-Division abgegeben, diese operiert westlich des Don bei Bolschoja-Wereika (Bol’shaya-Vereyka) mit schweren Abwehrkämpfen auf den Brückenkopf jenseits des Don, nördlich Woronesch. Am 18. September wird auch das I. und II. Bataillon in Brückenkopf verlegt. Bei den Kämpfen bei Olchowatka-Repnoje (Ol' khovatka-Repnoye) wird der Angriff abgewehrt, aber die drei Bataillone werden schwer angeschlagen, ist in der Chronik des Infanterie-Regimentes 168 nachzulesen. Am 29. Dezember 1942 darf das Infanterie-Regiment 168 in die Divisionsstellungen bei Gatitsche (Gatishsche) abrücken. Das III./168 wird aus Ersatz neu aufgestellt und erhält den Regimentsadjutanten als Bataillonskommandeur, so die Chronik weiter.

 

7. Einkesselung bei Kastornoje und Rückzug nach Ssumy

Am 23. Januar beginnt die „Woronesch-Kastornoje Operation“ der Roten Armee, eine Unteroperation der „Woronesch-Charkiwer Operation“, die vom 13. Januar bis zum 3. März andauert, dabei treibt die Rote Armee die 2. Armee über 350km weit nach Westen und fügt ihr dabei einen großen Verlust von Mensch und Material zu. Die Chronik des Infanterie-Regiment 168 schreibt dazu: "Die 82. Infanterie-Division hat keine Reserven. Die drei Bataillon des Infanterie-Regiment 168 sind vorne in einer dünnen Abwehrfront eingesetzt. Schwere Waffen, Panzer und Panzerabwehrwaffen fehlen." weiter schreibt sie, dass der Division eine 8,8 Flak-Abteilung (Heeres-Flak-Abteilung 292) zugeführt wurde, die nicht einsatzbereit ist, da ihr Winterausrüstung und Munition fehlt. Das VII. Armeekorps zieht sich kämpfend aus Woronesch zurück und geht hinter den Don. Am 26. Januar setzen Einheiten der sowjetischen 13. Armee an der Nahtstelle der 383. und 82. Infanterie-Division früh morgens um 5.00 Uhr mit Artillerie- und Schlachtfliegervorbereitung zum Angriff an, sie drücken zunächst die deutschen Linien nach Süden zurück und erreichen am nächsten Tag einen Einbruch in die Hauptkampflinie (HKL) im Abschnitt der 82. Infanterie-Division, der Einbruchsraum wird rasch grösser. Dabei wird ein Teil der Division nach Westen und der Rest nach Osten abgedrängt. Die Chronik: "Das Infanterie-Regiment 168 besaß zum Beginn des Angriffes noch 3 Kampfstarke Bataillone, am Abend hatte das Infanterie-Regiment 168 noch eine Gesamtstärke von 200 Mann (vgl RgtStärke: 2000-3000, das entspricht einem Verlust von über 90%). Die Bataillonskommandeure II. und III. fallen. Die Masse des Infanterie-Regiment 168 fällt oder geht in Gefangenschaft". Siegfried Mühlhausen, Mitverfasser der Chronik des Infanterie-Regiment 168, wird an diesem Tag in gefangen genommen. Der Rest des Infanterie-Regiment 168 kämpft sich nach Sacharowka und später nach Bogdanowo durch, dort lag der Regimentsgefechtsstand.

Lage 27. Januar 1943: Sowj. Einbruch in die Flanke der 2. Armee
Lage 27. Januar 1943: Nach den Angriffen vom 26. Januar 1943 erfolgt am 27. der Einbruch in die Flanke der 2. Armee. Die Einschliessung der Kampfeinheiten von Woronesch

Lage 29. Januar 1943, abends: Einkesselung und Ausbruchsversuch, Teilung der Division
Lage am 29. Januar 1943, abends: Die nach Westen abgedrängten Teile der 82. ziehen sich nach Westen zur 4. PzDiv, der Rest (östlich abgedrängt) nach Kastornoje zurück.

 

An diesem Tag wird der Divisionskommandeur Generalleutnant Alfred Baentsch schwer verwundet, an diesen er am 31. Januar in einem Lazarett erliegt. Die Chronik des Infanterie-Regiment 168 schreibt dazu: "[...] gerät schwerverwundet in russ. Gefangenschaft [...]." Die Division übernimmt zunächst der KdrArtRgt182 Oberst Heyne. Da er nicht im Generalsrang steht, heisst das „mit der Führung beauftragt“.Generalleutnant Karl Faulenbach, dieser wird dazu aus der Führerreserve aktiviert, folgt dem  verstorbenem General Baentsch Mitte Februar. Nun bahnt sich eine Umfassung dreier Armeekorps´s (III., VII. u. XIII.) an. Am 28. Januar wird die Division in zwei Teile gespalten und jeder eingekesselt. An diesem Tag fällt der Kommandeur der "Schnelle Abteilung 182" (siehe: Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 7: Landstreitkräfte 131–200. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979, S. 215), Oberstleutnant Carl Bolko, Freiherr von Richthofen.

 

Der östliche Divisionskessel zieht sich nach Süden Richtung Kastornoje zurück, der „westliche“ nach Westen über den Kschen und bezieht westlich des Tim, am 3. Februar, mit den ihr entgegen gekommenen Teile der 4. Panzer-Division eine Auffangstellung. Am 4. Februar liegen Teile der Division weiter bei der 4. Panzer-Division nordöstlich Kursk bei Tschigiry (Schtschigry), weichen aber zum Abend des 5. Februar nach Westen, Ostreschkowo (Ostreshkovo) aus. Am Abend des 6. Februar liegen die zwei Regimenter (mit Divisionsstab) der 82. Infanterie-Division östlich Kursk am Standtrand, tagsdarauf südlich und verteidigen mit der 4. Panzer-Division die Stadt und halten diese bis zum 9. Februar. Danach liegt sie, am 11. Februar, südlich Kursk, am Fluss Reut, in Linie Kostornaja (Kostornaya)- Ljubatsch (Lyubach) und wird Verstärkt durch Teile der 327. Infanterie-Division. Die Heeresgruppe B wird aufgelöst und die 2. Armee (ab. 4. Februar Generaloberst Walter Weiss) wird der Heeresgruppe MITTE (Generalfeldmarschall Günther von Kluge) unterstellt. Die Verstärkungskräfte treffen am 16. Februar ein und liegen am nördlichen Flügel der Division. Diese Stellung wird gehalten bis zum 20. Februar. Rege Gefechtstätigkeit bedingt aber den Verlust von Ljubatsch, die Stärke der sowjetischen Angriffe erfordern am Folgetag eine Zurücknahme der Hauptkampflinie (HKL) des XIII. und VII. Armeekorps, diese Verläuft nun entlang der Strasse Kostornaja-Ssoldatskoje (Bol‘ shoye Soldatskoye). An diesem Tag erfolgt auch die Ablösung des Kommandeurs XIII. Armeekorps, Erich Straube, der verwundet wurde, durch General der Infanterie Friedrich Siebert. Diese Stellung wird gegen Angriffe bis zum 25. Februar gehalten. Am 26. Februar geht man östlich der Bahnlinie Lgoff-Charkow in Stellung, hält diese Stellung bis zum 1. März, es erfolgt eine Rücknahme des Südflügels der Division, die Nachbardivision (26. Infanterie-Division) muss zurückgehen. Am Nachfolgenden Tag, dem 2. März, liegen die Stellungen westlich der Bahnlinie, es wird verzögend auf die Linie Pogrebki - Swerlikowschtschina (Swerdlikovo) zurückgegangen. Die Stellungen halten bis zum 5. März, dann werden das VII. u. XIII. Armeekorps auf die Linie Ssumy-Rylsk zurückgenommen. Die 82. Infanterie-Division wird am 7. März aus der Front genommen, nach Westen, östlich von Glukoff, nach Gorodischtsche verlegt. Dort wird die Division aufgefrischt (siehe: Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6: Landstreitkräfte 71–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979, S. 63). Die Verluste der Division waren enorm, die "Schnelle Abteilung 182" und das Pionierbataillon 182 wurden zerschlagen. Die Chronik des Infanterie-Regiment 168 schreibt dazu: "Das Regiment bestand zu diesem Zeitpunkt nur noch aus 3 Schützenkompanien und 1 MG-Kompanie." Der Kommandeur des Artillerieregiments 182, Oberst Hans-Walter Heyne, erhält am 15. März sein neues Kommando: er wird Kommandeur der 82. Infanterie-Division. Seit dem 28. März 1942 war Heyne in der Division als Kommandeur des AR 182. Im April fällt dieser kurzfristig aus, so dass der 1a der Division, Oberst Friedrich-August Weinknecht, die Division bis zur Rückkehr Heyne´s, Mitte Mai, mit der Stellenbezeichnung „Divisionsführer“ führt. Heyne wird am 1. Juni zum Generalmajor befördert und befehligt von da ab seine 82. Infanterie-Division bis zu ihrer Auflösung.

 

 


Generalmajor Hans-Walter Heyne, zunächst Kdr ArtRgt 182 (Oberst), ab 15. März 1943 DivKdr
(hier: Oberst)

8. Rückzug zum Dnjepr

Nach Abbruch des Unternehmens "Zitadelle", bedingt durch die Alliierte Invasion Siziliens, am 10. Juli 1943, und Herauslösung des II. SS-PzKorps aus den Angriffsverbänden der Heeresgruppe SÜD (Verlegung nach Italien), begannen Rückzugsgefechte durch die von der Roten Armee durchgeführten Gegenoffensiven "Operation Kutusow" (Orjoler Operation 12. Juli bis 18. August 1943), "Operation Rumjanzew" (Belgorod-Charkower Operation 3.-23. August 1943) im Bereich der Heeresgruppe SÜD. Mit diesen beiden Operationen werden die beiden Balkone der Wehrmacht südlich und nördlich des Kursker Frontbogens "bereinigt".

Nach den Rückzugskämpfen über den Kschen und Tim, sowie der Stabilisierung der Ostfront im Frühjahr 1943, lag die Division vom 18. März bis zum 26. August 1943 zwischen Rylsk (südlich) und Sswesk (nördlich) bei Judina (Yudovka). In dieser Zeit war die Division der 2. Armee (Generaloberst Walter Weiss) der Heeresgruppe MITTE (Generalfeldmarschall Günther von Kluge) unterstellt. Im Rahmen des Unternehmens "Zitadelle", war ihr Auftrag den zugewiesenen Frontabschnitt zu verteidigen. In der Lagekarte vom 16. August (morgens) sind Bewegungen aus dem Raum Kromny-Dimitrowsk (südwestlich Orel) in Richtung Dimitrijew-Lgowskyj als „Starke Bewegungen“ und aus östlicher Richtung als „Starker Verkehr“ vermerkt – also Anzeichen einer bald beginnenden sowjetischen Offensivoperation im Bereich Sswesk-Rylsk. Am 26. August um 7.30 Uhr beginnt die sowjetische Offensive, die unter dem Namen "Schlacht am Dnjepr" ihren Weg in die Geschichte findet. Der Angriff an der Korpsgrenze XIII. Armeekorps (südlich) und XX. Armeekorps (nördlich) trifft die 82. und 327. Infanterie-Division mit voller Wucht. Zum Tagesende wird die Division nach Südwesten, ca. 10km nach Ssalnoje (Sal’noye), Linie Ssalnoje-Strekalovka (Strekalovo) zurückgedrängt. Am 27. August zeigt die Lagekarte eine zusammengebrochene, aufgerissene Front. Aufgeklärte sowjetischen Verbände: 2. Panzerarmee und 65. Armee. Etwa 12km südwestlich wurde die Division im Laufe des 27. August nach Ssopytsch (Sopych) zurückgedrängt. Nun beginnt, nach Sicht auf die Lagekarte, eine Art Flucht. Die Front wurde durchbrochen, die Division geht nach Gorodischtsche (Gorodishche), östlich. Glukoff (Glukov), zurück. Am 30. August fällt Rylsk an die Truppen der russischen Zentralfront von Armeegeneral Konstantin Rokossowski, die 82. behauptet ihre Stellung, muss sich aber auf Grund des starken Drucks über Chelopkowo (Chernivs’ke), 11km, nach Wjasenka (V’yazenka), ca. 18km, am 1. September, kämpfend zurückziehen. Aufgrund der Lage wird das XIII. Armeekorps, das nach Süden abgedrängt wurde, der 4. Panzerarmee (Hermann Hoth) (siehe Die Ostfront Band 8, Frieser S. 359) unterstellt und bildet damit die Nordflanke der Heeresgruppe SÜD. Am 2. September befindet sich die Front nördlich des Seijm, tagsdarauf südlich davon, nordöstlich Konotop, zwischen Ljnbatoff (Lyubytove) und Mamen (Kamin‘). Dazu steht in der Chronik des Infanterie-Regiment 168 auf Seite 55: "Da das Infanterie-Regiment 166 [..] nach Norden abgedrängt ist und das Infanterie-Regiment 158 nur noch geringe Kräfte besitzt, besteht die Infanterie der 82. Infanterie-Divisionfast nur noch aus dem Infanterie-Regiment 168". In der Lagekarte ist die Stellung mit „Gr. Gen Heyne (82.)“ (Gruppe General Heyne (82.))“ gekennzeichnet. Das bedeutet, dass die Division empfindlich geschwächt wurde und nun (nur noch) als Kampfgruppe geführt wird. Im Laufe des 4. und 5. September wird das XIII. Armeekorps 18km weiter nach Süden gedrängt, die 82. Infanterie-Division liegt rechts Konotop, Dubowjas-Post (Dubov' yazivka) an der Bahnlinie Konotop-Lgoff. Konotop fällt am 6. September, die Division zieht sich mit der ihr Unterstellten Teilen 327. Infanterie-Division nach Gitewka (Deptivka), etwa 11km, zurück. Die Ortschaft Gitewka wird in der Chronik des Infanterie-Regiment 168 als "Girewka" benannt, auch hier hatte die Division schwere Kämpfe zu erdulden. Diese Stellung wird bis zum 11. September gehalten, bis der Druck der Roten Armee am 12. September die Kampfgruppe südwestlich Konotop, bei Krassny-Koljadin (Krasnyi Kolyadyn), westlich des Romen schiebt. Am 7. September wechselt der Kommandierende General des XIII. Armeekorps erneut: General der Infanterie Arthur Hauffe ersetzt Siebert. Zum 13. September wird die Kampfgruppe aus der HKL gelöst und liegt als Sicherung oder Reserve Jarochewka (Ukrains´ke wurde wohl umgeändert) und marschiert in südöstlicher Richtung nach Glinsk (Hlyns'k), östlich Priluki (Pryluky), südwestlich Romny (Romny), zur Unterstützung der 75. Infanterie-Division. Am 14. September geschah dann das Unglück: Die sowjetischen Zentralfront brach durch die Nahtstelle der beiden Heeresgruppen, deren Grenze das XIII. Armeekorps war (Der zweite Weltkrieg, Band Der Vormarsch der Roten Armee, Time-Life, Amsterdam 1982, ISBN: 9-06-182-440-0, S. 61), so erfolgte am 15. September der Rückzugsbefehl, zum Absetzen hinter den Dnjepr durch den Kommandierenden der Heeresgruppe SÜD, Generalfeldmarschall Erich von Manstein. Nun beginnt der Wettlauf auf die Dnjeprbrücken. Durch die Absetzbewegung des Rückzugsbefehls und den feindlichen Druck, zieht sich die Kampfgruppe am 16. September  südöstlich von Priluki, nach Warwa (Warwa), zurück. Hierzu die Chronik Infanterie-Regiment 168: "[...]der Partisanenwald von Priluki, der kämpfend umgangen werden musste [...]." Am Tagdarauf, südlich Priluki bei Oserjany (Ozeryany), am 17. August östlich Kiew. Von Ikowzy (Ivkivtzy) bis Kiew sind es noch (Luftlinie) 145km, es gilt jetzt, die sowjetischen Angriffe zu verzögern, damit die nördlichen Teile der Heeresgruppe über den Dnjepr gehen können. Die 82. Infanterie-Division wird am 18. September aus der HKL genommen und nördlich Jagotin (Jahotyn), bei Beresanka (Mala Beresanka) vor dem Trubesh, ging über den Trubesh und wurde bei Barischowka (Baryschiwka) aufgestellt und bereitet Verteidigungsstellungen für die Aufnahme der zurückgehenden 88. Infanterie-Division vor. Die Kampfgruppe 82 selbst verlegt südlich nach Rogosoff (Rohoziv). Glaubt man der Lagekarte, untersteht sie seit dem 18. September dem VII. Armeekorps. 19. September: Rückzug nach Westen Wogosoff (Woroziv), einsetzende stärkerer Feindtätigkeiten, die sich am 22. September zum Angriff auf die komplette Front der Heeresgruppe Mitte, von Tschernobyl über Kiew (Nordflanke Heeresgruppe Süd, 4. PzArmee), Tscherkassy, Poltawa Angriffsrichtung Krementschug (8. Armee) , Dnjeprpetrowsk (1. PzArmee), Saporoshje, Melitopol (6. Armee) bis zur Mündung ins Asowsche Meer. Starke Angriffe auf den Kubanbrückenkopf an der Landenge bei Kertsch/Krim (Heeresgruppe A, 17. Armee). Die Division setzt vom 23. auf den 24. September über.

 

9. Kampf um den Brückenkopf Ljutesch

Nach dem Übergang über den Dnjepr, liegt die Kampfgruppe 82 mit Teilen der 327. Infanterie-Division, am 23. September, nördlich Kiew bei Nowo Petrowzy (Novi Pitrivtsi) am heutigen „Kiewer Meer“. Hier liegt die Division bis um den 16. November. Am 26. September gilt es den Brückenkopf von Ljutesch zu beseitigen (Der Zweite Weltkrieg, Band 18 Der Vormarsch der Roten Armee, Time-Life, Amsterdam 1982, ISBN: 9-06-182-440-0 S.65 Entwicklung des Brückenkopfes von Ljuetsch (Lyutizh)). Sie stellt eine Eingreiftruppe zur Klärung der Lage bei Jasnogorodka (Yasnohorodka), hier wird der Feind im harten Kampf geworfen. Kurt Mehner zitiert aus den Lageberichten des GenStdH: "Nach wirkungsvoller Luftwaffenunterstützung trat bei Jasnogorodka Eingreiftruppe der 82. Infanterie-Division zum Gegenangriff an und drang bis Ortsmitte vor. Harte Kämpfe noch im Gange" (vgl. Kurt Mehner: Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945. Seiten 155-231, S. 163). Im Bereich Ljutesh (Lyutizh) baut die Rote Armee einen kleinen Brückenkopf stetig aus, der zunächst unbemerkt von Rossokowski bleibt, aber einige Tage später von ihm als Startpunkt zur Befreiung Kiews (16. November) stetig vergrössert und aufgebaut wird. Ab dem 1. Oktober startet die "Woronescher Front" (Rossokowski) die Operation "Angriffsoperation von Ljutesch", die bis zum 2. November andauert (Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 8: Die Ostfront 1943/44, Kapitel III: Karl-Heinz Frieser: Die Rückzugsoperationen der Heeresgruppe SÜD in der Ukraine, Deutsche Verlagsanstalt München 2007, ISBN: 978-3-421-06235-2, S. 370).  Ständige Angriffe und Gegenangriffe wechseln sich ab. So erfolgt um den 9./10. Oktober ein Angriff auf Stara Petrowzy (Stari Pitrivtsi), das vom Feind besetzt ist und der geworfen  wird. Dazu berichtet die Chronik auf Seite 56: "[...] Schon nach wenigen Tagen hat der Russe beim nördlich anschließendem Regiment der Nachbardivision [gemeint ist die 208. ID] einen Brückenkopf gebildet. Alle deutschen Gegenangriffe brechen unter schwersten Verlusten bei massivstem Einsatz russischer panzberechrechender Waffen, Granatwerfer und Geschützen zusammen. Auf einer Unterwasserbrücke, die von Flieger nicht ausgemacht werden kann, schafft der Russe Panzer auf Panzer über den Fluss [...]." Die Aussage der Chronik wird durch das Buch "Die Ostfront" Frieser auf S.371 bestätigt.


Lage am 27. September 1943: Übergang bei Wyschhorod und Jassnogorodka

Dieser liegt im Einsatzraum der 82. Infanterie-Division, er reicht von Ljutesch (Lyutizh) nach Nowo Petrowzy (Novi Petrivtsi). Es wird versucht den Brückenkopf zunächst in Kompaniestärke, dann in Bataillonsstärke zu bereinigen, was jedoch fehlschlägt, da die Stelle erhöht liegt. Wyschhorod (Wyschhorod) wird von der 88. und 75. Infanterie-Division gehalten. Am 5. Oktober erfolgt ein Angriff zur Verkleinerung des Brückenkopfes, Kurt Mehner zitiert: „4. Panzerarmee: […] Gegner im zähem, verlustreichen Kampf aus Staryje Petrowzy [Stari Petrivtsi andere Schreibweise wie in der Lagekarte]  geworfen, nordwestlich Ljutesch [Lyutizh] HKL gefestigt […]“ (vgl. Kurt Mehner: Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945, S. 183). Die Kämpfe setzen sich am Folgetag fort, Mehner weiter: „Bei 4. Panzerarmee harte wechselvolle Kämpfe mit übergegangenem Feind bei Staryje Petrowzy [Stari Petrivitsi] und langsam fortschreitender eigener Gegenangriff […]“ (vgl. Kurt Mehner: Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945. S. 196). Zum 7. Oktober hat der Brückenkopf schon die Ausmasse von ca 7km², er ragt Keilförmig zwischen Kiew und Jassnogorodka (Yasnohordka) dieseits des Dnjepr in das Hinterland. Die Division hielt den Angriffen aus dem Brückenkopf am 9. und 10 Oktober stand, Mehner: „Bei 4. Panzerarmee feindl. Angriffe aus dem Raum Ljutesch [Lyutizh] gegen Abriegelungsfront 82. Infanterie-Divisionabgewiesen. […]“ (vgl. Kurt Mehner: Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945. S. 209). Tags darauf Gegenangriff auf Stara Petrowzy (Stari Petrivtsi). Am 12. Oktober beginnt ein Ausbruchsversuch mit massivem Panzer- und Infanterieeinsatz. In der Lagekarte vom 13. Oktober hat sich der Brückenkopf in südlicher Richtung ausgebildet: westliche Linie: Litwinowka (Lytvynivka)-Lubjanka (Lub´yanka), südliche Linie: Lubjanka (Lub´yanka)-Gostom (Hostomel´). Alarmeinheiten sperren die Linie Lubjanka (Lub´yanka)-Nemeschajewo (Nemishajeve) und entlang der Eisenbahnlinie Kiew-Korosten ab und drängen den Gegner in seine Ausgangsstellung zum Abend des Folgetages zurück. Am 16. Oktober versucht der Feind erneut entlang des Irpen auszubrechen, diesem folgt ein Gegenangriff der 82. Infanterie-Division und 68. Infanterie-Division, verstärkt durch Teile der 88. Infanterie-Division und letzter Reserven bei Nowo Petrowzy (Novi Petrivtsi). Kurt Mehner zitiert: “Bei 4. Panzerarmee führte Feind im Einbruchsraum Ljutesch [Lyutizh]-Demidowo [Demydiv] aus Gegend Guta-Meshigorskaja [Huta-Mezhir`ka] zahlreiche Angriffe mit Inf. und Panzern, die unter Abschuss von 21 Panzern, abgewiesen wurden […]“ (vgl. Kurt Mehner: Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945. S. 251-252). Bis zum Abend des 17. Oktober konnte die HKL wieder hergestellt werden. Angriffe am Folgetag wurden abgewiesen. Die Chronik Infanterie-Regiment 168 berichtet: "[...] Das Infanterie-Regiment 168 wird [erneut] eingeschlossen, kämpft sich aber nunmehr unter Führung von Oberstleutnant Schrieffer - mit Teilen wieder nach Süden in Richtung Kiew durch. Völlig erschöpft wird das Regiment am 20. Oktober 1943 aus diesem Brennpunkt des Kampfes herausgelöst und südlich von Kiew bei Ukrainska wieder eingesetzt" Allerdings schrumpfte die Gesamtstärke der Division, so dass am 21. Oktober die Herauslösung aus der HKL begann. Sie verlegte südlich Kiew in den Raum Krinitschi (Krenychi) bezog dort Stellung. Ihr wurden die Reste (die Hälfte) der 312. Sicherungs-Division angegliedert. Bis zum 26. Oktober liegen 2/3 der Division bereist dort, während 1/3 noch nördlich Kiew eingesetzt ist, ab dem 27. Oktober wird die Division wieder als Kampfgruppe bezeichnet.

Am 3. November wird die Division wieder als Division auf den Lagekarten geführt und ist weiterhin durch 1/3 der 213. Sicherungs-Division verstärkt. An diesem Tag beginnt der sowjetische Ausbruch aus dem Brückenkopf nördlich Kiew ("Kiewer Strategische Offensive"), Rokossokowski lässt seine Division in 2 divergierende Richtungen West (Schitomir) und Süd/Südwest Beleja Zerkoff (umfassend Kiew) angreifen. Nach drei, für beide Seiten schweren Kampftagen, wird Kiew von der Wehrmacht geräumt (vgl Frieser Die Ostfront Bd.8 S.372). Kiew wurde unter hohen Verlusten für die Rote Armee von dieser genommen. Diese Tatsache bedingt, dass der Armeekommandeur der 4. Panzerarmee, Hermann Hoth, bei Hitler durch den Verlust von Kiew in Ungnade fällt und am 10. Dezember vom Kommando abbrufen und in die Führerreservere versetzt wird. Am 6. November wird die 82. ID aus ihrer Position Richtung Süden, südlich Nowo Bestaditschi (Novi Bezradychi), zurückgenommen und liegt nun in der Linie Kopatschi (Kobachiw)-Obuchoff (Obuchiw). Am 8. November wird der linke Flügel der Division gut 20km zurückgedrückt. Die Division hält nun den nördlichsten Punkt des Armeekorps, rechts an den Dnjepr - Triploje (Trypillja) angelehnt und links, westlich Tschernjachoff (Chernyakhiv). Die Verbindung zum linken Nachbar der 75. ID ist abgerissen, dazwischen eine Lücke von 18km. Um diese Lücke zu füllen, wird die Division geteilt, ein Teil der Division liegt weiterhin bei westlich Tschernjachoff (Chernyakhiv), während der andere Teil im Eilmarsch nach Germanowka (Hermanivka)-Kraspoje (Krasne) marschiert. Am 11. liegt die Division wieder geschlossen in der Linie Germanowka (Hermanivka)-Mirowka (Myrivka)-Antonowka (Antonivka) an der Bahnlinie (im Bau). Am 14. November versucht man Deutscherseits einen von Erich von Manstein geplanten Gegegnangriff nach Norden zu führen. Dazu liegen hinter der 82. ID Teile der SS-Division "Das Reich". Es gelingt die Front wenige Kilometer nach Norden zu verschieben. So liegen die Deutschen Einheiten, auch die 82. ID, exponiert auf einem Höhenplateau südlich des Flusses Krasnaja bei der Höhe 201. Diese Stellungen, nördlich Belaja Zerkoff (Bila Zerkwa) werden bis zum 17. Dezember gehalten (Vorhandenes Kartenmaterial NARA). Die Nachbardivision, in Lagekarten als 10. Panzerdivision/Panzergruppe bezeichnet, wird aus der Front herausgelöst, die Stellungen übernehmen die 82. und die 34. Infanterie-Division. Damit hat sich die Front der 4. Panzerarmee stabilisiert Allerdings hat sich der nördlich Tscherkassy gebildete sowjetische Brückenkopf (Brückenkopf Perejasslaw), im Bereich der 8. Armee, in den letzten Tagen erheblich erweitert und stellt nun eine Bedrohung aus südlicher Richtung dar. 

10. Das Ende:

Die Lagekarten der folgenden Monaten stehen nur zu Auswertung an. Sobald ich diese gesichtet habe und den Text dazu verfasst habe, werde ich dies hier ergänzen.
Rückzug in den Raum Kamenets-Podolsk (russ. Kamjanez-Podilskyj) von Januar bis März 1944 über Bershchev-Chortkov, Tscherkassy. Dort wurde die Division eingekesselt (Hube-Kessel). Die Chronik des Infanterie-Regiment 168 schreibt auf Seite 62 dazu: "[...] Die Division und besonders das Infanterie-Regiment 168 sind in diesem Kessel ständige Nachhut. [...] als der Kessel geöffnet wird, [zählte] das Regiment noch 70 Gewehre." Nach Ausbruch im April 1944 aus dem Kessel gingen Teile in Gefangenschaft und die verbliebenen Restteile der 82. Infanterie-Division wurden bei Buccacz als DivGr 82 von der 254. Infanterie-Division aufgenommen. Die Reste des Infanterie-Regiment 168 wurden auf die Regimentsgruppen 158, 166 (Reste der InfReg) verteilt. Die Chronik des Infanterie-Regiment 160 schreibt dazu: "[...] Aus den Bataillonen wurden Kompanien [...]."

11. Unterstellungen:

Datum

Heeresgruppe

Armee

Korps

Einsatzraum

Mai 1940

OKH Reserve

Bad Kissingen

Juni 1940

A

12. Armee

XXIII.

Frankreich

Juli 1940

Befehlshaber des Ersatzheeres (BdH)

Heimat

August 1940 - Februar 1941

Beurlaubung der Division

Wehrkreis IX

März – Mai 1941

Befehlshaber Niederlande

Niederlande

Juni 1941 – Mai 1942

Kommandeur der Truppen des Heeres Niederlande (Kdr. d. Tr. d. H.)

Niederlande

Juni 1942

Kdr. d. Tr. d. H.

XLVIII. PzAK

Eisenbahntransport

Juni - Juli 1942

SÜD

4. PzArmee

XIII.

Kursk

August 1942 – Januar 1943

B

2. Armee

XIII.

nördl. Kastornoje

Februar 1943 (Teile der Div)

B

2. Armee

Reserve

Kursk

März – August 1943

MITTE

2. Armee

XIII.

Sumy

September – Oktober 1943

SÜD

4. PzArmee

XIII.

nördl. Kiew

November 1943

SÜD

4. PzArmee

XXXXVIII.

südl. Kiew

Dezember 1943 – Januar 1944

SÜD

4. PzArmee

VII.

Bel Zerkow

Februar – März 1944

SÜD

1. PzArmee

VII.

Tscherkassy

April 1944

Nordukraine

1. PzArmee

XXXXVI.

Kamenets -
Podolsk

Mai 1944

Nordukraine

1. PzArmee

LIX.

Buczacz

 

12. Die Kommandeure der 82. Infanterie-Division:

Dienstgrad

Name

Beginn der  Verwendung

Ende der Verwendung

Generalmajor

Josef Lehmann

1. Dezember 1939

1. April 1942

Generalmajor

Friedrich Hoßbach *

1. April 1942

6. Juli 1942

Generalmajor

Alfred Baentsch **

6. Juli 1942

31. Januar 1943

Generalleutnant

Karl Faulenbach

31. Januar 1943

15. März 1943

Oberst

Hans-Walter Heyne***

15. März 1943

April 1943

Oberst

Friedrich-August Weinknecht ****

April 1943

Mai 1943

Generalleutnant

Hans-Walter Heyne

Mai 1943

10. Mai 1944

      * nach Lungendurchschuss ausgefallen und vom Kommando abgelöst
    ** durch Verwundung beim Angriff auf Woronesch seinen Verletzungen erlegen
  *** DivKdr Lehrgang?
**** Dienststellenbezeichnung "Divisionsführer" da nicht im Generalsrang

13. Gliederungen der 82. Infanterie-Division:

Aufstellung 1. Dezember 1939 Gliederung: Stand: 15. Januar 1940 Aktiv ab: 1. März 1940                                         Gliederungsschaubild
entnommen aus Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945.
Band 6: Landstreitkräfte 61–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap. 82
Band 7: Landstreitkräfte 131–200. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap.  158, 166, 168, 182

Langtext

Abkürzung

Ergänzungen

Infanterieregiment 158

InfReg 158

I.-III. Bataillon, (schwere) 13. Kp Granatwerferkompanie

Infanterieregiment 166

InfReg 166

I.-III. Bataillon, (schwere) 13. Kp Granatwerferkompanie

Infanterieregiment 168

InfReg 168

I.-III. Bataillon, (schwere) 13. Kp Granatwerferkompanie

Artillerieregiment  182

ArtRgt 182

I. -IV. Abteilung

 

 

 

Aufklärungskompanie 182

AufklAbt 182

Radfahrschwadron

Panzerabwehr-Abteilung 182

PzJgAbt 182

m. deutscher Pak

Nachrichtenabteilung 182

NachrAbt 182

 

Pionierbataillon 182

PiBtl 182

m. leichter Pionier- und leichter Brückenbaukolonne

Division Nachschubführer 182

DivNschFhr 182

 

Nachschubkompanie 182, 1. Transportkolonne (mot), 2-9. Transportkolonne (besp), 10. Kraftwagenkolonne Betriebsstoff, Werkstattkompanie 182 (ohne 2. Kraftwagenzug)

Divisionseinheiten 182

DivEinh 182

 

Feldgendarmerietrupp 182, Divisionsverpflegungsamt 182, Schlachtereikompanie 182, Bäckereikompanie 182, Quartiermeistertrupp 182, Feldposttrupp 182, Veterinärkompanie 182, Sanitätskompanie 182 (mot), 1. u. 2. Krankenkraftwagenkompanie 182, Hauptverbandsplatz 1. u. 2.

 

Aufstellungsgliederung: 01.12.1941                                                                                                                      Gliederungsschaubild
entnommen aus Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945.
entnommen aus Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945.
Band 6: Landstreitkräfte 61–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap. 82
Band 7: Landstreitkräfte 131–200. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap.  158, 166, 168, 182
Gliederungsunterlagen aus den Unterlagen der Nara

Langtext

Abkürzung

Ergänzungen

Infanterieregiment 158

InfReg 158

I.-III. Bataillon, *1

Infanterieregiment 166

InfReg 166

I.-III. Bataillon, *1

Infanterieregiment 168

InfReg 168

I.-III. Bataillon, *1

Artillerieregiment  182

ArtRgt 182

I. -IV. Abteilung

 

 

 

Aufklärungsabteilung 182

Aufkl.Abt. 182

 

Panzerjägerabteilung 182

Pz.Jg.Abt. 182

 

Nachrichtenabteilung 182

Nachr.Abt. 182

(leichte) Nachrichtenkolonne (tmot =teilmotorisiert)

Pionierbataillon 182

Pi.Btl. 182

*1, (leichte) Pionierkolonne

Feldersatzbataillon 182

FErs.Btl. 182

 

Division Nachschubführer 182

DivNschFhr 182

 

Nachschubkompanie (tmot) 182, kl. Kraftwagenkolonne Betriebsstoff 10, Werkstattzug Kraftwagenkolonne (mot) 182, 1. u. 2. Kraftwagenkolonne (30t, mot), 3.-6. Kolonne (bespannt), 7.-9. (leichte) Kolonne

Divisionseinheiten 182

DivEinh 182

sind die folgenden Unterstützungseinheiten

Feldgendarmerietrupp 182, 1. und 2. Sanitätskompanie 182, 1. und 2. Krankenkraftwagenkompanie 182, Feldlazarett 182, Divisionsverpflegungsamt (DivV 182, Schlachtereikompanie 182, Bäckereikompanie 182, Quartiermeistertrupp 182, Feldposttrupp 182, Veterinärkompanie 182

*1 Laut Gliederungsplanung OKH GenStdH 1942, sollte je 1 Kompanie der InfRgt eine Radfahrausstattung besitzen, dies war auch für eine PiKp geplant.
 

Gliederung: 01. Mai 1942 7. Februar 1942 Befehl OKH Volle Kampfdivision/Einsatz Russland                                       Gliederungsschaubild
entnommen aus Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945.
Band 6: Landstreitkräfte 61–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap. 82
Band 7: Landstreitkräfte 131–200. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap.  158, 166, 168, 182

Langtext

Abkürzung

Ergänzungen

Infanterieregiment 158 mit I.-III. Bataillon

InfReg 158

Granatwerferkompanie wird Infanteriegeschützkompanie

Infanterieregiment 166 mit I.-III. Bataillon

InfReg 166

Granatwerferkompanie wird  Infanteriegeschützkompanie

Infanterieregiment 168 mit I.-III. Bataillon

InfReg 168

Granatwerferkompanie wird  Infanteriegeschützkompanie

Artillerieregiment  182 mit I. -IV. Abteilung

ArtRgt 182

 

 

 

 

Division Nachschubführer 182

DivNSchFhr 182

 

Feldersatzbataillon 182

FErs.Btl. 182

 

Nachrichtenabteilung 182

Nachr.Abt. 182

 

Panzerjägerabteilung 182

Pz.Jg.Abt. 182

 

Aufklärungsabteilung 182

Aufkl.Abt. 182

 

Pionierbataillon 182

Pi.Btl. 182

 

Divisionseinheiten 182

DivEinh 182

sind die folgenden Unterstützungseinheiten

Feldgendarmerietrupp 182, 1. und 2. Sanitätskompanie (SanKp) 182, 1. und 2. Krankenwagenkompanie 182, Feldlazarett 182, Divisionsverpflegungsamt (DivVpflA) 182, Schlachtereikompanie 182, Bäckereikompanie 182, Quartiermeistertrupp 182, Feldposttrupp 182, Veterinärkompanie 182

 

Gliederung 1942 vor "Fall Blau"                                                                                                                             Gliederungsschaubild
entnommen aus Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945.
Band 6: Landstreitkräfte 61–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap. 82
Band 7: Landstreitkräfte 131–200. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap.  158, 166, 168, 182

Langtext

Abkürzung

Ergänzungen

Infanterieregiment 158 mit I.-III. Bataillon

InfReg 158

 

Infanterieregiment 166 mit I.-III. Bataillon

InfReg 166

 

Infanterieregiment 168 mit I.-III. Bataillon

InfReg 168

 

Artillerieregiment  182 mit I. -IV. Abteilung

ArtRgt 182

 

 

 

 

Division Nachschubführer 182

DivNSchFhr 182

 

Feldersatzbataillon 182

FErs.Btl. 182

 

Nachrichtenabteilung 182

Nachr.Abt. 182

 

Panzerjägerabteilung 182

Pz.Jg.Abt. 182

 

Aufklärungsabteilung 182

Aufkl.Abt. 182

 

Pionierbataillon 182

Pi.Btl. 182

 

Divisionseinheiten 182

DivEinh 182

sind die folgenden Unterstützungseinheiten

Feldgendarmerietrupp 182, 1. und 2. Sanitätskompanie (SanKp) 182, 1. und 2. Krankenwagenkompanie 182, Feldlazarett 182, Divisionsverpflegungsamt (DivVpflA) 182, Schlachtereikompanie 182, Bäckereikompanie 182, Quartiermeistertrupp 182, Feldposttrupp 182, Veterinärkompanie 182

 

Gliederung Sommer 1943                                                                                                                                     Gliederungsschaubild
entnommen aus Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945.
Band 6: Landstreitkräfte 61–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap. 82
Band 7: Landstreitkräfte 131–200. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap.  158, 166, 168, 182

Langtext

Abkürzung

Ergänzungen

Infanterieregiment 158 mit I.-III. Bataillon

InfReg 158

Auffrischung

Infanterieregiment 166 mit I.-III. Bataillon

InfReg 166

Auffrischung

Infanterieregiment 168 mit I.-III. Bataillon

InfReg 168

Auffrischung

Artillerieregiment  182 mit I. -IV. Abteilung

ArtRgt 182

Auffrischung

 

 

 

Division Nachschubführer 182

DivNSchFhr 182

 

Schnelle Abteilung

SchnelleAbt 182

Neuaufstellung nach Zerschlagung

Feldersatzbataillon 182

FErs.Btl. 182

Aufgestellt am 15. Juni 1943

Nachrichtenabteilung 182

Nachr.Abt. 182

Neuaufstellung nach Zerschlagung

Panzerjägerabteilung 182

Pz.Jg.Abt. 182

Neuaufstellung 1. April 1943 nach Zerschlagung

Aufklärungsabteilung 182

Aufkl.Abt. 182

verschmolzen mit Radfahrschwadron 182 zu "Schnelle Abteilung"

Pionierbataillon 182

Pi.Btl. 182

Neuaufstellung nach Zerschlagung

Divisionseinheiten 182

DivEinh 182

sind die folgenden Unterstützungseinheiten

Feldgendarmerietrupp 182, 1. und 2. Sanitätskompanie (SanKp) 182, 1. und 2. Krankenwagenkompanie 182, Feldlazarett 182, Divisionsverpflegungsamt (DivVpflA) 182, Schlachtereikompanie 182, Bäckereikompanie 182, Quartiermeistertrupp 182, Feldposttrupp 182, Veterinärkompanie 182

 

Gliederung 1944 "Divisionsgruppe 82"
entnommen aus Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945.
Band 6: Landstreitkräfte 61–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap. 82
Band 7: Landstreitkräfte 131–200. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979: Kap.  158, 166, 168, 182

Langtext

Abkürzung

Ergänzungen

Regimentgruppe 158

RegGr 158

gebildet aus I./158

Regimentgruppe 166

RegGr 166

gebildet aus I./166 aus 13. und 14. Kompanie des 1. Bataillons

Infanterieregiment 168 aufgelöst m. Division

GrenReg 168

Aufgeteilt und die RegGr 158/166 verteilt

Artillerieregiment  182 aufgelöst m. Division

ArtRgt 182

II. Abt trat als III./182 mit 7., 8., 9. Bttr dem ArtRgt 254 bei

 

 

 

Division Nachschubführer 182

DivNSchFhr 182

aufgelöst am 23. Juni 1944

Feldersatzbataillon 182 aufgelöst m. Division

FErs.Btl. 182

eventuell schon früher aufgelöst

Nachrichtenabteilung 182 aufgelöst m. Division

Nachr.Abt. 182

 

Panzerjägerabteilung 182 aufgelöst m. Division

Pz.Jg.Abt. 182

 

Aufklärungsabteilung 182

Aufkl.Abt. 182

Verbleib n. Ausbruch Hube-Kessel unbekannt

Pionierbataillon 182 aufgelöst m. Division

Pi.Btl. 182

 

Feldgendarmerietrupp 182, 1. und 2. Sanitätskompanie (SanKp) 182, 1. und 2. Krankenwagenkompanie 182, Feldlazarett 182, Divisionsverpflegungsamt (DivVpflA) 182, Schlachtereikompanie 182, Bäckereikompanie 182, Quartiermeistertrupp 182, Feldposttrupp 182, Veterinärkompanie 182

14. Literaturhinweise und Quellen:

* Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6: Landstreitkräfte 71–130. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2. verb. Auflage 1979, ISBN 3-7648-1172-2, S. 62–67: Informationen 82. ID
*Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, Band 7: Landstreikräfte 131–200, Biblio Verlag Osnabrück, 1973, ISBN 3-7648-0872-1, S. 110, 149, 158, 215, 216: Informationen zu den Regimentern/Bataillon und andere Divisionseinheiten 182.
* Kurt Mehner: Die Geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg, 1939-1945. Seiten 155-231, 238, 355-361: Namentliche Nennung der Division in den Lageberichten des OKH, GenStdH OpAbtIIIb
* Karl Volz, Siegfried Mühlhausen: Infanterie-Regiment 168, Eine Chronik. Anlässlich des Ehemaligen Treffen 1989 in Marbug/Lahn: unvollständig, da die schweren Gefechte im Norden Kiews (Brückenkopf Ljuetsch) nicht beschrieben sind. Ausführlich beschrieben die Gefechte zum Angriff auf Woronesch, Sicherung der Nordflanke der 2. Armee nördlich Kastornoje und Rückzug nach Ssumy
* Erich von Manstein: Verlorene Siege, 12. Auflage, Bernard und Graefe, Bonn 1991, ISBN 3-7637-5253-6 siehe Kapitel: Der Kampf um die Dnjeprlinie S. 544-548; Schlacht um Kiew S.553-558. Das Buch beschreibt jedoch die Operationen der Heeresgruppe auf den Ebenen Heeresgruppe, Armeekorps und Armee.
* Der Zweite Weltkrieg, Band 18: Der Vormarsch der Roten Armee, Time-Life, Amsterdam 1982, ISBN: 9-06-182-440-0 S.65

 

NARA Rollen die ich für 82. ID ausgewertet habe: T314-520; T314-521; T314-522; T314-523; T315-1122 (XIII. AK/Ost. Eigener Bestand). Es folgen noch zur Auswertung: T315-1123; T315-1124; T315-1125; T315-2352.

Um die Gefechte an der Aisne auszuwerten, bei der IR 158 und PiBtl 182 unterstellt waren, muss ich sichten und noch kaufen.

Die Infos aus dem 1. KTB 82. ID ist aus dem Portal GermanDocsInRussia/CAMO Bestand 500, Findbuch 12477, Akte 561

Das kopieren und veröffentlichen des Textes ist, auch Auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verfassers gestattet! Interessenten wenden sich an folgende email-Adresse: poldy@poldynet.de  

Aktualisiert: 23.04.2019